Meine Zeit in Chiang Mai neigte sich leider dem Ende. Ich habe es hier aus verschiedenen Gruenden sehr genossen. Nicht jeden Tag wieder all meine Sachen packen zu muessen sondern einfach mal fuer ein paar Tage stationaer zu sein war toll. Ausserdem habe ich ja schon einmal geschrieben, dass ich Chiang Mai mit seinem Charm dem lauten und ueberfuellten Bangkok jederzeit vorziehe.
Mein Transportmittel fuer den heutigen Tag sollte wieder ein Bus sein und diesmal hatte er sogar eine Klimaanlage. Der Trip nach Sukhothai scheint sehr beliebt zu sein, denn zwischenzeitlich mussten die Leute sogar in den Gaengen stehen, weil nicht genuegend Sitzplaetze zur Verfuegung standen. Dabei faehrt natuerlich nicht jeder bis zur Endstation, denn viele Leute sind zwischendrin zu- und wieder augestiegen. Die Fahrt dauerte 6 Stunden und fuer die naechste Busfahrt nahm ich mir fest vor, etwas zum drueberziehen mit in den Bus zu nehmen, denn die Klimaanlage kuehlte die Temperatur im Bus enorm runter.
In Sukhothai angekommen konnte man das selbe Schauspiel wie immer beobachten, die tuk tuk Fahrer stuerzten sich auf die Neuankoemmlinge und bevorzugten dabei natuerlich Auslaender, da man mit ihnen mehr Geld machen kann. Ich teilte mir mit einem Maedel aus China ein tuk tuk, denn angeblich fuhren wir in die selbe Richtung. Das Maedel hatte noch keine Unterkunft gebucht, was ein gefundenes Fressen fuer diese Taxi Mafia darstellt, koennen sie Dich doch in der Gegend rumfahren und ueberall da absetzen, wo es ihnen passt. Mit an board und ein Freund/Verbuendeter des Fahrers war ein Guesthouse Besitzer und dahin fuhren wir natuerlich zu erst. Sie stieg aus und sah sich das ganze an, mochte aber das Haus nicht und meinte, sie moechte woanders schauen. Da war der Besitzer natuerlich sauer, konnte aber nichts machen, schliesslich kann ja sein Fahrer Freund noch Geld verdienen. Waehrend der Fahrt erzaehlte er mir staendig, wie weit weg meine Unterkunft sei und dass ich doch bei ihm absteigen koennte. Ich meinte zu ihm, das seine Versuche nutzlos seien, da ich schon bezahlt haette (was gar nicht stimmte, aber das musste er ja nicht wissen).
Nachdem das chinesische Maedel was gefunden hatte, setzen sie mich bei meiner Unterkunft dem Sila Resort ab, wo ich meinen kleinen Bungalow bezog. Die Besitzer der Unterkunft waren total nett und sie halfen mir bei der Planung meiner Sightseeing Tour ungemein, um die grosse Entfernung wettzumachen. Es gibt einen Bus in die alte Stadt und diese Bushaltestelle war ca. 8 Minuten Fahrzeit von der Unterkunft entfernt. Dorthin fuhr mich der Fahrer und sie meinten, wenn ich zurueckkomme, koennte ich sie einfach anrufen und sie wuerden mich wieder abholen. Der 'Bus' kostete nur 30 baht und geht alle 20 Minuten in die Altstadt, braucht aber auch ungefaehr ne halbe Stunde. Mit einem Fahrrad erkundete ich den "Historical Park' Sukhothais und schaffte es in geringer Zeit, all die sehenswerten alten Tempelanlagen abzufotografieren. Der Park schliesst um 18 Uhr und 17.30 Uhr geht der letzte Bus zurueck in die alte Stadt.
Als ich schon im Bus sass und auf seine Abfahrt wartete, sah ich eine Gruppe Touristen Fahrraeder ausleihen und in den Park davoneilen. Das war 30 Minuten vor dessen Schliessung! Die Touristen waren alle mit der gleichen Bustour unterwegs und werden an jedem Stop mehr oder weniger hin - und hergescheucht, um schnell ihre Fotos zu machen und sagen zu koennen, dass sie dagewesen sind. Das ist auf keinen Fall meine bevorzugte Art zu reisen.
Am naechsten Tag kam ich aus verschiedenen Gruenden erst ziemlich spaet wieder in der alten Stadt an und ich hatte zwei Optionen fuer den Morgen. Entweder kurzes Sightseeing in ca. einer halben Stunde oder Fruehstueck ganz in Ruhe. Ich entschied mich fuer das letztere, schliesslich stand mir eine weitere lange Busfahrt bevor und die sollte man nicht mit leerem Magen in Angriff nehmen.
Auch diese Busfahrt sollte 6 Stunden dauern (am Ende waren es dann 7) und es fuehlte sich an als wuerde es nie enden. Ich wollte einfach nur ankommen. Im Bus traf ich das chinesische Maedel wieder und sie war auch auf dem Weg nach Bangkok. Und wer haette es gedacht, sie hatte mal wieder keine Unterkunft gebucht.
Wenn der Bus in einen Busbahnhof einfaehrt, kann man sie alle rennen sehen, die tuk tuk Fahrer, die sich um die Touristen reisen. An Board waren 4 Auslaender (das chinesische Maedel, ein spanisches Paaerchen und ich) und wir hatten uns zusammengetan und wollten uns ein Taxi in die Stadt teilen. Man bot uns ein Taxi an fuer 500 baht, weil der Verkehr so heftig sei (keine Ahnung, was das mit dem Verkehr zu tun hat, normalerweise gehts um die Entfernung) und spaeter ging er dann runter auf 400 baht. Allerdings hatte das Ding keinen Taxometer. Wir zogen weiter, denn das roch foermlich nach Abzocke. Wir fanden die richtigen Taxis und quetschten uns zu viert in eins und los gings. Die Spanier hatten auch kein hostel und so stiegen sie alle an einer sehr zentralen Stelle aus. Danach zeigte ich dem Fahrer die Adresse meines Hotels (ganz in der Naehe) aber er wusste damit nichts anzufangen. Er musste ein paar seiner Taxikollegen befragen, was einige Zeit dauerte. Als er wieder einstieg, rief ich einfach das Hotel an und lies den Weg erklaeren. Waehrend all dieser Zeit lief das Taxometer fleissig weiter und ich war ziemlich angenervt von der ganzen Situation (dazu muss ich sagen, dass ich eine aehnliche Situation schon in Sukhothai hatte, wo der tuk tuk Fahrer keinen blassen Schimmer hatte und mir dann auch noch viel zu viel berechnete). Am Hotel angekommen leistete er sich dann noch den Oberaufreger, denn er gab sich selbst noch Trinkgeld indem er mir zu wenig Wechselgeld wiedergab. Sagen kann man da immer nichts, weil er sprach kein Englisch und ich kein Thai und dann heisst es immer, dass man bei Asiaten aufpassen muss, dass sie ihr Gesicht nicht verlieren und deshalb darf man sie auf solche Sachen nicht ansprechen bzw sollte sie nicht mit ihren eigenen Fehlern konfrontieren. Das ist ja alles gut und schoen aber muss man sich deshalb so dreist abzocken lassen, ohne sich wehren zu koennen?! Ich war sauer und wollte einfach nur noch einchecken und fuer diesen Tag niemanden mehr sehen. Spaet war es sowieso schon und deshalb ging es danach auch recht bald ins Bett. Willkommen in Bangkok!
Nachtrag 11.09.12: heute sah ich zufaellig in der Zeitung, dass Sukhothai am Morgen des 10.09., also einen Tag nach meiner Abreise, nach einem Uebertreten des Yom Flusses teilweise ueberschwemmt wurde. Das Foto in der Zeitung zeigt Wasser teilweise einen Meter hoch in den Strassen der Stadt. Da habe ich mehr als Glueck gehabt und die Schutzengel sind wohl auch auf meiner Seite.
Monday, September 10, 2012
Friday, September 7, 2012
Ein Tag fuer die Sinne (Chiang Mai, 07.09.12)
Fuer heute habe ich mal das Sightseeing und Fotografieren ganz hinten angestellt und es mir stattdessen richtig gut gehen lassen. Denn Urlaub kann auch anstrengend sein. Der Tag startete mit einem halbtaegigem Kochkurs fuer die thailaendische Kueche. Momentan ist hier nicht soviel los, da wir uns in der Nebensaison befinden, deswegen waren nur zwei Studenten anwesend; neben mir noch Zac aus Kanada. Unsere Kochschule traegt den wunderbaren Namen "Smart Cook" und der Unterricht begann auf dem lokalen Markt, wo man uns die verschiedenen Zutaten erklaerte und worauf man beim Einkaufen achten muss. In der Kochschule angekommen, konnten wir uns aus der langen Gerichteliste 5 aussuchen (Zac 6 Gerichte, da er den Ganztagskurs belegt) und danach gings auch schon los. Zuerst einmal lernten wir, wie man Curry selbst zubereitet und laut unserer Lehrerin steht ihre Grossmutter jeden Morgen um 6 Uhr in der Frueh auf, um das Curry fuer den Tag und die gesamte Familie herzustellen. Da dies im Moerser geschieht, braucht man im Haus keinen Wecker, denn das Zerkleinern und Zermahlen der Zutaten ist mit einigem Laerm verbunden. Ehrlich gesagt haette ich nicht gedacht, dass es so einfach ist, Curry selbst herzustellen aber das Problem gerade in Deutschland wird wohl sein, die ganzen Zutaten zu finden. Wer da einen Asiaten Shop in der Naehe hat, darf sich gluecklich schaetzen, denn die fuehren alle dieser Zutaten in ihrem Sortiment.
Gekocht haben wir Huehnchen in Kokusnussmilchsuppe, Pad Thai (die traditionelle Thai Art fuer Nudeln), gruenes Curry und als Appetizer Fruehlingsrollen einmal gefuellt mit Nudeln und Gemuese und dann noch in suesser Form mit Bananen. Zwischendurch gabs immer wieder Pausen, um unsere Errungenschaften zu verspeisen und es war super lecker! Zum Glueck waren die Portionen recht klein, denn das machte das Verdauen einfacher - voll war ich aber trotzdem. Ich hatte ja wie gesagt nur den Halbtageskurs gebucht, aber die waren so nett dort, dass ich fuer die letzten zwei Sachen noch bleiben durfte und Zac ueber die Schultern schauen durfte. Voll klasse und dafuer gabs dann auch nen ordentliches Trinkgeld. Damit ich all diese leckeren Rezepte und die Zutatenkunde nicht vergesse, gabs noch ein Thai Kochbuch dazu und ich hoffe, Ihr wisst was das heisst: Frueher oder spaeter werdet Ihr wohl mal in den Genuss meiner neu errungenen Kochkuenste gelangen. Ein Zertifikat habe ich uebrigens auch bekommen und ueber Facebook koennen wir mit der Kochschule in Verbindung bleiben und sie versprechen, uns auch in der Zukunft weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Anschliessend machte ich mich auf zur Post, um all meine Souvenire von gestern nach Hause zu schicken. Ich habe das ganze mit der DHL verschickt denn schliesslich vertraut man einem guten Namen, nicht wahr?! Die waren auch super nett dort und haben sich viel Zeit genommen fuers Verpacken meiner Sachen und dem Aussuchen eines passenden Kartons. Ja Ihr habt richtig gelesen, ich musste gar nichts machen, ich sass da nur und sah den beiden beim Einpacken zu. Super Service.
Danach traf ich Markus und seine Schwester (mit Markus habe ich in Milford gearbeitet; er hat uns zwischenzeitlich verlassen und bereist schon seit Monaten Asien, seine Schwester ist gerade zu Besuch) und zusammen gingen wir zu einem der vielen hundert Massage Geschaefte (Geschaeft kann man das ja eigentlich nicht nennen, oder?), denn dies stand bei mir auch noch an und die zwei sind inzwischen suechtig nach ihren taeglichen Massagen und Yoga Stunden. Ich hab mir keine Thai Massage geben lassen sondern eine einstuendige Massage von Ruecken, Schultern und Kopf mit Oel. Meine Guete, ich wusste ja, dass ich verspannt bin, aber so extrem?! Die Gute hat da minutenlang auf boesen Knoten rumgeknetet und das war teilweise sehr schmerzhaft, aber wirksam. Die zwei gingen anschliessend zu einer weiteren Yoga Stunde und ich goennte mir noch ein Facial, da meine Gesichtshaut momentan von der vielen Sonne und der durch Klimaanlagen ausgetrockneten Luft extrem an Feuchtigkeitsmangel leidet. Da lag ich dann auch noch mal ne Stunde und inzwischen bin ein super relaxt und entspannt. Ingesamt hab ich fuer die Massage und das Facial gerade mal 850 THB ausgegeben, was sage und schreibe 21 Euro entspricht - wo kriegt man sowas noch billiger aber in solch guter Qualitaet?!
Gekocht haben wir Huehnchen in Kokusnussmilchsuppe, Pad Thai (die traditionelle Thai Art fuer Nudeln), gruenes Curry und als Appetizer Fruehlingsrollen einmal gefuellt mit Nudeln und Gemuese und dann noch in suesser Form mit Bananen. Zwischendurch gabs immer wieder Pausen, um unsere Errungenschaften zu verspeisen und es war super lecker! Zum Glueck waren die Portionen recht klein, denn das machte das Verdauen einfacher - voll war ich aber trotzdem. Ich hatte ja wie gesagt nur den Halbtageskurs gebucht, aber die waren so nett dort, dass ich fuer die letzten zwei Sachen noch bleiben durfte und Zac ueber die Schultern schauen durfte. Voll klasse und dafuer gabs dann auch nen ordentliches Trinkgeld. Damit ich all diese leckeren Rezepte und die Zutatenkunde nicht vergesse, gabs noch ein Thai Kochbuch dazu und ich hoffe, Ihr wisst was das heisst: Frueher oder spaeter werdet Ihr wohl mal in den Genuss meiner neu errungenen Kochkuenste gelangen. Ein Zertifikat habe ich uebrigens auch bekommen und ueber Facebook koennen wir mit der Kochschule in Verbindung bleiben und sie versprechen, uns auch in der Zukunft weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Anschliessend machte ich mich auf zur Post, um all meine Souvenire von gestern nach Hause zu schicken. Ich habe das ganze mit der DHL verschickt denn schliesslich vertraut man einem guten Namen, nicht wahr?! Die waren auch super nett dort und haben sich viel Zeit genommen fuers Verpacken meiner Sachen und dem Aussuchen eines passenden Kartons. Ja Ihr habt richtig gelesen, ich musste gar nichts machen, ich sass da nur und sah den beiden beim Einpacken zu. Super Service.
Danach traf ich Markus und seine Schwester (mit Markus habe ich in Milford gearbeitet; er hat uns zwischenzeitlich verlassen und bereist schon seit Monaten Asien, seine Schwester ist gerade zu Besuch) und zusammen gingen wir zu einem der vielen hundert Massage Geschaefte (Geschaeft kann man das ja eigentlich nicht nennen, oder?), denn dies stand bei mir auch noch an und die zwei sind inzwischen suechtig nach ihren taeglichen Massagen und Yoga Stunden. Ich hab mir keine Thai Massage geben lassen sondern eine einstuendige Massage von Ruecken, Schultern und Kopf mit Oel. Meine Guete, ich wusste ja, dass ich verspannt bin, aber so extrem?! Die Gute hat da minutenlang auf boesen Knoten rumgeknetet und das war teilweise sehr schmerzhaft, aber wirksam. Die zwei gingen anschliessend zu einer weiteren Yoga Stunde und ich goennte mir noch ein Facial, da meine Gesichtshaut momentan von der vielen Sonne und der durch Klimaanlagen ausgetrockneten Luft extrem an Feuchtigkeitsmangel leidet. Da lag ich dann auch noch mal ne Stunde und inzwischen bin ein super relaxt und entspannt. Ingesamt hab ich fuer die Massage und das Facial gerade mal 850 THB ausgegeben, was sage und schreibe 21 Euro entspricht - wo kriegt man sowas noch billiger aber in solch guter Qualitaet?!
Thursday, September 6, 2012
es geht tierisch ab in Chiang Mai! (05.09.-)
Es gibt sie ja doch noch - andere Reisende! Bisher habe ich nicht allzuviele von ihnen gesehen und das kam mir recht spanisch vor. Thailand ist doch bei Reisenden so beliebt, so sind sie denn alle?! Hier in Chiang Mai. Und nun langsam verstehe ich auch, warum ich bisher so wenige andere gesehen habe. Wie eben die Jungs, die ich im Schlafzug getroffen habe, brechen viele Leute sofort von Bangkok aus mit dem Zug nach Chiang Mai auf, weil es bequem ist (Ihr erinnert Euch an die Geschichte mit den zwei verschiedenen Bussen) und weil es Zeit spart. Weil heutzutage hackt man ja nur noch Listen ab mit den Orten, die man gesehen hat und da hat man eben nicht viel Zeit fuer den "Kleinkram" dazwischen (also zwischen Bangkok und Chiang Mai). Ich habe knapp 5 Wochen fuer 3 Laender (Singapur mal nicht mit eingerechnet) (Thailand, Kambodscha und Vietnam) und obwohl ich schon finde, dass dies nicht genuegend Zeit ist, geht es auch anders. Andere Leute bereisen in der gleichen Zeit zusaetzlich noch Laos und Myanmar (Burma). Von Chiang Mai ist es nicht mehr weit bis an das "Goldene Dreieck", wo drei Laendergrenzen aufeinandertreffen: Laos, Thailand und Myanmar und von da geht es eben in eines der beiden anderen Laender. Nun ja, wems gefaellt der soll da ruhig durchrasen durch soviele Laender wie moeglich, aber ich lass mir lieber ein bisschen mehr Zeit und hab dann auch was gesehen und erlebt. Chiang Mai gefaellt mir richtig gut, sehr viel besser als Bangkok. Hier fuehlt man sich willkommen, denn die Stadt hat sich voll und ganz auf Touristen eingestellt. Die vielen verschiedenen Restaura
nts und Cafe's mit internationalen Gerichten verbreiten ein internationales Flair und sie wissen einfach, wie man sich und seine Attraktionen verkaufen muss. Wo man in Bangkok als Tourist nach einer Tourist Info suchen muss, findet man sie hier an jeder Ecke und Informationen werden einem regelrecht hinterhergeschmissen. Das grosse Geschaeft hier oben im Norden sind die Touren mit den Elefanten, Tigern und das gefuehrte mehrtaegige Wandern durch den Dschungel mit Besuch/Unterkunft bei einem der zahlreichen 'hill tribes' -verschiedene Staemme von Menschen, die urspruenglich aus China, Tibet oder Myanmar nach Thailand gekommen sind und nun in den stark bewaldeten Bergen Thailands leben. Das Geschaeft mit den Thai Massagen ist ebenfalls gewaltig und ich denke, ich werde mich morgen auch mal durchkneten lassen.
Wandern durch stickigen Dschungel bei den Temperaturen hier reizt mich nicht wirklich und ueber die weniger artgerechte Haltung der Tiger habe ich auch schon einiges gehoert, deswegen fielen diese beiden Aktivitaeten fuer mich schon mal flach. Die Elefanten wollte ich mir aber auf alle Faelle mal anschauen und so buchte ich eine dieser Touren, die neben einer Elefanten Show und dem Reiten eines Elefanten ausserdem noch Bamboo Rafting, das Fahren mit einer Ochsenkutsche und den Besuch einer Orchideenfarm auf dem Tagesplan stehen haben. Auch mit den Elefanten wird groesses Geld gemacht, da muessen wir uns nichts vor machen und so tuemmelten sich so einige Touristen in dem Elefantencamp (von denen gibt es uebrigens zahlreiche nicht nur hier in Chiang Mai sondern auch in anderen Teilen Thailands). Aufgeteilt wurde das ganze aber recht gut, denn nicht jeder durchlief das gleiche Program
m, einige begannen den Tag mit Bamboo Rafting, andere mit dem Ochsenkarren oder eben auf den Elefanten. Vor der Elefantenshow gab es genuegend Zeit fuer ein Kennenlernen der Hauptdarsteller und diese Zeit wird natuerlich intensiv mit Fuettern (20 baht fuer eine handvoll Bananen und Zuckerrohr) und Fotografieren verbracht. Alles kostet Geld, aber das wird in die Pflege und Aufzucht der Elefanten gesteckt und deshalb machte mir das nichts aus. Eigentlich wollte ich ja kein Geld fuer Fotos bezahlen, aber als der Babyelefant vor mir stand, war mein Herz ganz weich und ich konnte nicht widerstehen. Die Elefanten haben alle ganz gute Manieren und bedanken sich fuers Fuettern mit einem Knicks oder einem lauten Trompeten. Der Babyelefant muss das Trompeten aber noch ein bisschen ueben, da kam naemlich nur ein Kraechzen bei raus. In der Show selbst zeigen die Elefanten, was sie durch jahrelanges Training gelernt haben und machen akrobatische Verrenkungen, spielen Fussball, spielen Mundharmonika und tanzen, malen Bilder!
und es gibt auch eine kurze Vorfuehrung darueber, wie Elefanten im Dschungel bei der Arbeit helfen (zum Beispiel beim Transport von schweren Baumstaemmen). Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie furchtbar ungluecklich ueber ihre Lage dort sind und man darf auch nicht vergessen, dass dies keine wilden Elefanten sind, sondern domestizierte Tiere, die nur fuer diesen Zweck trainiert werden. Als ich sie so an den Fuessen angekettet in der Gegend rumstehen sah, taten sie mir leid, aber sie bekommen genuegend Auslauf waehrend des Tages erstens in der Show und zweitens wenn sie die Touristen beim Reiten durch die Gegend spazieren tragen. Regelmaessige Duschen im Fluss gibt es auch und das war vorallem heute wegen der Hitze ganz wichtig.Bei den Souveniren habe ich heute maechtig zugeschlagen und deswegen muss ich morgen mal eine Post aufsuchen und das ganze nach Deutschland schicken, denn mit mir rumtragen kann und will ich den ganzen Kram nicht. Einen Plan fuer morgen habe ich auch schon, aber das wird jetzt noch nicht verraten; davon berichte ich dann in meinem naechsten Eintrag.
Bis dann!
Eine Busfahrt die ist lustig……
…. eine Busfahrt die ist schoen – schoen unterhaltsam! Fuer den Reisenden, der die Holzklasse nicht scheut, bietet sich eine hervorragende Gelegenheit, die Einheimischen in ihrem Alltag zu beobachten. Holzklasse bedeutet keine Klimaanlage und ausgesessene Sitze (teilweise auch nicht mehr so ganz in der horizontalen Lage) und um fuer die stickige Luft Ausgleich zu sorgen, sind erstens alle Fenster geoeffnet und die Tueren hinten und vorne bleiben waehrend der Fahrt auch offen. Das erleichtert das Ein- und Aussteigen, denn je nach Alter und Fitnesslevels der Passagiere wird auch mal auf- oder abgesprungen, wenn der Bus noch in Bewegung ist. Mein heutiges Etappenziel hiess Ayutthaya und um dorthin zu gelangen, musste ich zwei verschiedene Busse in Anspruch nehmen. Die beiden haetten nicht unterschiedlicher sein koennen! Der erste war der oben beschriebene, staatlich betriebene Bus, in dem zwei Fahrer anwesend waren. Der eine war fuers Fahren zustaendig und der andere Maedchen fuer alles (andere). Er kassierte das Fahrgeld, raeumte Gepaeck hin und her um mehr Platz fuer zusteigende Fahrgaeste zu schaffen, rief dem Fahrer ausserplanmaessige Stops zu, damit dieser anhalten konnte und Shop Assistent war er zwischenzeitlich auch mal. An vielen der planmaessigen Stops stehen Strassenverkaeufer mit ihren Staenden und verkaufen Getraenke und Snacks (heiss und kalt) und bei diesen Stops war er staendig draussen zu Gange, nahm Bestellungen der Passagiere entgegen und kaufte dieses und jenes fuer sie ein. Pausenclown schien er auch zu sein, denn obwohl ich nicht verstand, was er sagte, hatte er oft die La
cher des gesamten Busses auf seiner Seite. In Suphanburi musste ich dann in einen anderen Bus umsteigen und die kuemmerten sich auch ganz lieb um die 4 Touristen (mich und 3 Spanier), damit wir alle den richtigen Bus fanden (denn ausgeschrieben war alles nur in Thailaendisch). Diesmal handelte es sich um einen klimatisierten Minivan und die Temperaturen fielen von schaetzungsweise 40 auf 21 Grad - viel zu kalt! In Ayutthaya musste ich dann ein "Taxi" finden, welches die Adresse meiner Unterkunft kannte - ein weiteres, fuer mich inzwischen bekanntes Problem, denn viele Thais koennen kein Englisch lesen. Da es mit meiner thailaendischen Aussprache auch nicht so toll beschert ist, bin ich immer recht froh und dankbar, wenn mit der Buchungsbestaetigung eine Wegbeschreibung in thailaendisch mit dabei ist, die ich dann einfach an den Fahrer weitergebe. Problem geloest!
Was gibt es nun in Ayutthaya zu sehen fragt Ihr Euch? Ich will geschichtlich nicht zu weit ausholen (das kommt spaeter nochmal ganz allgemein fuer Thailand), aber Ayutthaya war mal vor vielen hundert Jahren die Hauptstadt Thailands. Von 1350-1767 stellte Ayutthaya das kulturelle Zentrum der aufsteigenden Thai-Nation dar. Leider zeigten auch die Burnamesen grosses Interesse an Thailand und somit Ayutthaya und nach zweijaehrigem Krieg konnte deren Angriffen nicht mehr standgehalten werden; der Koenig fluechtete mit seiner Familie nach Thonburi (in der Naehe von Bangkok) und die Burnamesen pluenderten und zerstoerten die architektonischen und religioesen Schaetze der Thailaender. Ayutthaya wurde inzwischen in die UNESCO Weltkulturerbe Liste aufgenommen.
Das neue Ayutthaya gefaeallt mir persoenlich nicht so besonders, denn ist ist wie jede andere thailaendische Stadt; dreckig, muellbeladen und ohne jeglichen Charakter. Bruchbuden ueberall und streuende Hunde an jeder Strassenecke. Das alte Ayutthaya hingegen hat es mir angetan mit seinen Ruinen und halb zerstoerten Grabmaehlern. Die Groesse der Tempelanlagen laesst nur erahnen, wie prunkvoll und weitreichend das ganze damals gewesen sein muss. Dank der Familie, in deren Hotel (Pension) ich uebernachtete, fuehlte ich mich das erste Mal in Thailand so richtig willkommen und wohl. Ich hatte mir mal wieder eine etwas ausserhalb liegende Unterkunft ausgesucht, denn die in der Stadt hatten recht schlechte Bewertungen. Problem dabei war natuerlich wieder, dass ich auf Transport angewiesen war und leider kam dort kein tuk tuk vorbei (ein thai Taxi in Form eines Motorrads mit bedachter Sitzflaeche hinten fuer ca. 10-20 Leute (10 Auslaender, 20 Thailaender)). Der Sohn der Familie spielte recht oft Chauffeuer und fuhr mich sogar noch an ihrem anderen hostel vorbei, weil bei meiner Unterkunft das Internet nicht funktionierte, ich aber noch Buchungen machen musste fuer den naechsten Tag. Ausserdem fuhr er mit mir zum Bahnhof um ein Ticket fuer den Zug nach Chiang Mai zu kaufen und fuhr mich dann auch am Abend wieder hin, damit ich den Zug schaffen konnte (das war ein overnight train, der wuerde also Nachts durchfahren). Ich glaube ich habe die gesamte Familie kennengelernt und einige Freunde der Familie, denn die sassen alle im Auto, als er mich zum Bahnhof fuhr und wollten wohl alle mal einen Blick auf mich werfen.
Bevor ich Euch von der Zugfahrt berichte, will ich Euch schnell noch meine erste Begegnung mit den Elefanten schildern, die in Ayutthaya fuer die Touristen gehalten werden und diese durch die historische Stadt spazieren tragen. Es war schon recht spaet an meinem ersten Tag in der Stadt und fuer die Elefanten war es wohl an der Zeit nach Hause gebracht zu werden. Sie liefen alle mit ihren Trainern zur Strassenecke, wo sie mit riesigen Trucks abgeholt wurden. Da nicht genuegend Trucks zur Stelle waren, mussten die Elefanten brav am Strassenrand warten und ich war zufaellig auch da und wollte an ihnen vorbei (ueberlegte es mir aber anders). Naja, einem von ihnen war das Warten wohl lei
d und setzte sich ein bisschen von der Truppe ab (sein Trainer war gerade in eine Gespraech vertieft und merkte das nicht) und so lief der Gute direkt auf mich zu (hoerte wahrscheinlich das Klicken meiner Kamera). Als er nicht stoppte und schon recht nahe war, kletterte ich ueber die laecherliche Absperrung hinter mir, aber das hielt ihn natuerlich nicht davon ab, mit den Vorderbeinen ebenfalls drueberzuklettern. Dort angekommen entdeckte er den Baum direkt neben ihm und das leckere Gruenzeug daran und verlor das Interesse an mir. Ich hatte nicht wirklich das Gefuehl, dass er mir was getan haette, denn Elefanten sind gutmuetige Tiere, aber mulmig war mir trotzdem zu Mute!So, nun zur Zugfahrt. Es ging also nach Chiang Mai und laut Zugbegleitung sind das so ca. 750km (keine Ahnung ob das stimmt, ihr Englisch war nicht so toll und wer weiss, was sie verstanden hat). Der Zug verliess Ayutthaya gegen 20 Uhr und sollte kurz nach 8 Uhr in der Frueh in Chiang Mai ankommen, was aber nicht ganz klappte - mit zweistuendiger Verspaetung liefen wir in der "Hauptstadt des Nordens" ein. Die Wagen sind tagsueber ganz normale Sitzplaetze und werden abends zu Betten umfunktioniert, sodass einer oben und einer unten schlafen kann. Ich hatte Glueck und hatte beide Sitze fuer mich allein und somit auch niemanden, der ueber mir schlief. Direkt neben mir sassen zwei deutsche Jungs, die arg mit der Muedigkeit und dem Jetlag zu kaempfen hatten. Am Montag in Deutschland losgeflogen, halber Tag Aufenthalt in Dubai, Ankunft in Bangkok und nach 3 stuendigem Warten dann gleich ab mit dem Zug nach Chiang Mai. Es war uebrigens schon Mittwoch. Volles Programm! Die Betten waren entgegen aller Erwartungen recht bequem und ich konnte sogar schlafen. Beim Klo erwartete mich die erste grosse Ueberraschung, denn ich erwischte ein asiatisches Klo! Das bedeutet eine flache Schuessel im Boden ueber der man sich hockend entleeren muss - keine einfache Aufgabe, wenn man das nicht gewohnt ist. Und dann auch noch in einem sich bewegenden Zug.... Eigentlich hatte ich mir geschworen, den naechsten Toilettengang bis nach Chiang Mai zu verschieben, aber ich musste dann kurz vorm Schlafengehen doch noch mal. Gluecklicherweise checkte ich die Toilette auf der anderen Seite des Ganges, denn dabei handelte es sich um ein Klo der westlichen Welt. Gott sei Dank!
Sunday, September 2, 2012
Und weiter gehts nach Thailand (01.+02.09.)
Ueber Thailand hatte ich bereits einiges gehoert und das meiste davon leider nicht positiv. Angeblich wollen die meisten Leute hier Touristen nur abzocken und das geht schon beim Taxifahrer los. Da ist ploetzlich mal der Taxometer kaputt oder sie fahren einen nicht dorthin, wo man eigentlich hinwollte. Ausserdem gibt es hier einen Preis fuer Einheimische, also fuer Thais und dann noch einen sehr viel hoeheren fuer Touristen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf suchte ich mir ein Taxi am Flughafen von Bangkok, das mich in die Stadt bringen sollte und war positiv ueberrascht darueber, dass die Taxifahrer Schlange fuer ihre Kunden stehen muessen. Der Kunde bekommt einen Zettel in die Hand, auf dem man zur Not auch Beschwerden an eine zentrale Stelle schicken kann, sollte es Probleme mit dem Taxifahrer geben. Das klang ja alles schon mal recht positiv dachte ich mir. Aber sobald ich im Taxi sass kamen dann die ersten Fragen (und das sind immer die gleichen Fragen, man hoert sie ueberall), ob ich denn meine Unterkunft schon gebucht haette, was ich in den naechsten Tagen mache und wie ich dort hinkaeme. Hintergrund ist, dass sie alle jemanden kennen, bei dem man absteigen kann (oder sie kriegen Kommission bei einem Hotel) und sie wollen einen auch ueberall mit dem Taxi hinfahren (selbst wenn der Ort 120km entfernt ist). Man ist ja ein Tourist und als solcher hat man Geld.Bangkok; entweder man liebt es oder man hasst es und ich tendiere momentan eher zu
m zweiten. Wir hatten keinen guten Start wir zwei und ich hoffe, dass wir eine zweite Chance bekommen, wenn ich von meiner Reise durch den Norden Thailands zurueckkehre. Leider hatte ich mir ein hostel direkt im Stadtzentrum wegen der zentralen Lagen ausgesucht, und endete im lautesten Stadtteil ueberhaupt. Ich kam am Samstag an und erstens war Wochenendmarkt und zweitens auch noch Night Market mit lauter Musik bis in die fruehen Morgenstunden und ich konnte das alles in meinem Zimmer hoeren. Die Strassen waren vollgestopft mit Menschen, Autos, Bussen und vorallem Motorraedern und wie man hier von geregeltem Strassenverkehr sprechen kann, ist mir ein Raetsel. Natuerlich gibt es Ampeln, aber wenn sich keiner bewegen kann, bringt das nicht viel. Aus diesem Grund stehen an fast jeder Ecke selbsternannte Verkehrsregler (das scheint nicht in den Aufgabenbereich der Polizei zu fallen) mit Trillerpfeifen im Mund und das bringt den Laermpegel nochmal um einiges nach oben. Was ich in Singapur schon obszoen fand, ist hier noch viel schlimmer ausgepraegt; die niegelnagelneuen Einkaufstempel stehen dicht an dicht an fast einstuerzenden Haeusern, fuer deren Instandhaltung wohl kein Geld mehr uebrig zu sein scheint. Auf den Maerkten sieht man recht aermlich aussehende Thais, die ihre Waren verkaufen, um sich einen kleinen Lebensunterhalt zu verdienen und hundert Meter weiter kauft die Jugend Mobiltelefone und i-pads, um mit den heutigen Trends mitzuhalten. Bangkok ist dreckig, runtergekommen und der Grossteil der Gebaeude wurde schon seit Jahren nicht mehr instandgehalten. Von den 400 Tempeln der Stadt habe ich leider noch keine entdeckt und das steht definitiv auf meiner Sightseeingliste, wenn ich wieder komme.
Zum Glueck hatte ich das hostel fuer nur eine Nacht gebucht, denn einen weiteren Tag haette ich es in Bangkok nicht ausgehalten, ich wollte einfach nur weg. Morgens versuchte ich ein Taxi zu finden, das mich zu einer der zahlreichen Bahnhoefe bringen sollte (Thonburi), von wo ich mit dem Zug der einfachen Leute (das offene Fenster ersetzt die Klimaanlage) nach Kanchanaburi fahren wollte. Obwohl
mir ein Mitarbeiter des hostels half, den Fahrern in Thai mein Ziel zu erklaeren brauchten wir 5 Anlaeufe, bis wir endlich jemanden fanden, der ueberhaupt wusste, wo Thonburi liegt. Das ganze natuerlich gleich wieder zum 'speziellen Touristenpreis' aber das war mir egal. Generell erstaunt mich, wie sie hier in Bangkok mit Touristen umgehen. Bangkok ist bei Touristen sehr beliebt, schliesslich sind viele Leute in Asien unterwegs und landen irgendwann mal hier und so sollte man meinen, dass sich die Thais an Touristen gewoehnt haben. Aber wenn immer man jemanden um Hilfe oder Auskunft fragt, wird man nur mit grossen Augen angeschaut. Ich habe festgestellt, dass man ihnen direkte Fragen stellen muss, die sie einfach beantworten koennen (ja und nein vorzugsweise). Alles andere muss man ihnen aus der Nase ziehen und das selbst bei den Leuten, deren Job es ist, Touristen zu helfen (zum Beispiel in der Tourist Info). Oder das andere Extrem ist natuerlich wieder, dass sie sofort versuchen, die Unterkunft vom Onkel zu verkaufen oder das Hotel, das ihnen die Kommission zahlt. Die Zugfahrt nach Kanchanaburi war interessant, schliesslich waren 99% der Passagiere Einheimische (ich hatte beim Warten ein Paar aus England getroffen und wir sassen im gleichen Abteil); ich glaube wir waren eine Attraktion, gerade bei den Kindern. Wie schon gesagt, Klimaanlage gabs nicht und die Sitze sind auch schon recht runtergekommen, aber egal, fuer nur 100 thai baht kann man sich wirlich nicht beschweren (ich hatte 200 baht fuers Taxi gezahlt!). Die Fahrt dauerte knappe 4 Stunden (wir verliesen den Bahnhof mit Verspaetung, kamen aber frueher an) und waehrend der Fahrt liefen 4 Leute den Zug auf und ab mit Getraenken und anderen Erfrischungen, die sie zum Kauf anboten.

Was macht Kanchanaburi zu einem beliebten Ausflugsziel und Sightseeingsstop fuer Touristen? Hier ein wenig Geschichte (kopiert bei Wikipedia, ich muss ja das Rad nicht nochmal erfinden): Im Zweiten Weltkrieg planten die Japaner eine Eisenbahn quer durch Südostasien, um die gefährliche Seeroute durch die Strasse von Malakka zu umgehen. Man baute ein Gefangenenlager, das mit britischen, amerikanischen, französischen, holländischen und anderen Gefangenen gefüllt wurde, die an der Eisenbahn bauen mussten. Mehrere Tausend Menschen (etwa 16.000 Kriegsgefangene) fanden dabei den Tod.
Zu sehen gibts ausser der Eisenbahnbruecke ueber den Kwai Fluss und dem Ehrenfriedhof nicht viel, aber direkt neben dem Friedhof fuer die Alliierten Kriegsgefangenen fand ich rein zufaellig einen Thai Friedhof und verbrachte dort sehr viel Zeit beim fotografieren der zu unserer Kultur sehr unterschiedlichen Grabsteine. Es handelt sich hier schon mehr um Grabmaehler. Waehrend unsere Friedhoefe sehr gut gepflegt sind und auch in Kan'buri der Ehrenfriedhof fuer die Touristen und die
Angehoerigen gut in Schuss gehalten wird, befand sich dieser Friedhof in dem vielerorts beobachteten Zustand von Verfall und Verwahrlosung. Nichtmal der Muell wird aufgesammelt und entsorgt. Die meisten Thais sind ja Buddhisten und ich bin mir sicher, dass Budhisten ihre Toten besser ehren als ihre Graeber zu einer Muellkippe verkommen zu lassen. Fuer die Nacht untergekommen bin ich im Royal Riverkwai Resort & Spa und hier lasse ich es mir nach den letzten Naechten in Mehrbettzimmern so richtig gutgehen. Ich hab ein Doppelzimmer fuer mich allein, kann mich ueberall ausbreiten und in Ruhe meine Sachen erledigen. Sogar den Swimmingpool habe ich heute nachmittag genutzt, etwas was ich schon seit Jahren nicht mehr gemacht habe! Das Resort ist ca. 10km vom Stadtzentrum entfernt und das ist der einzige Nachteil, denn ich bin mal wieder auf Taxis angewiesen, aber was solls. Ich bin im Urlaub und muss nicht unbedingt aufs Geld achten, es stoert mich also nicht wirklich.
Friday, August 31, 2012
Singapur (28.08.-01.09.2012)
Willkommen in Singapur!
Fuer mich dauert es ja immer ein bisschen laenger, bis ich mal einen Flieger mit internationalem Ziel besteigen kann und so landete ich am Dienstag abend endlich nach vorherigen Boxenstop im Formule1 Hotel in Auckland (und die Zimmer sind wirklich wie Boxen angelegt, klein und ueberschaubar, aber sauber und neu) in Singapur und erlebte gleich mal eine Ueberraschung. Der Taxifahrer konnte naemlich mit der Adresse meines hotels nicht viel anfangen und rief erstmal einen Bekannten an, um sich nach dem Weg zu erkunden. Das ging ja schon mal gut los! Trotz anfaenglicher Zuversicht fand er das hotel nicht und so hielt er mal eben schnell bei der Polizeistation an und holte sich eine Wegbeschreibung ein. Weil er vorher im falschen Stadtteil gelandet war, zog er mir ein bisschen was vom Fahrpreis ab, was ich wirklich sehr nett von ihm fand.
Singapur, was fuer eine Stadt! Laerm, Hochhaeuser, viele Farben, Chaos, Baustellen, ein effizientes oeffentliches Verkehrsmittelnetz, Sauberkeit, Dreck, Formel 1, Shopping, Essen und noch mehr Shoppen. Seit 3 Tagen bin ich nun in Singapur und habe viele Eindruecke sammeln koennen.
Singapur wurde 1867 zur britischen Kronkolonie, nachdem 1819 Sir Thomas Stamford Raffles in Singapur eine Niederlassung der Britischen Ostindien-Kompanie gruendete und somit als Gruender des modernen Singapur betrachtet wird. Zuvor wurde die Insel von malaiischen Fischerfamilien bevoelkert. Im zweiten Weltkrieg nahmen die Japaner Singapur ein somit gehoerte der Stadtstaat von 1942-45 zu Japan. Danach wurde Singapur an die Briten zurueckgegeben, um sich ab 1959 mit einem eigenen Premierminister selbstzuregieren. Es dauerte noch bis 1963, bis sich Singapur endlich vom Vereinigten Koenigreich unabhaengig machte und seitdem eigentstaendig ist. Amtssprachen sind Englisch, Chinesisch, Tamil und Malaiisch, aber gesprochen werden hier noch viele andere Sprachen, was den vielen verschiedenen Bevoelkerungsgruppen zuzuschreiben ist. Es leben knapp 5 Millionen Menschen in Singapur und die verteilen sich folgendermassen: 76,8% Chinesen, 13,8% Malaien, 7,9% Inder und 1,4% andere.
Das macht Singapur zu einem Schmelztiegel und von dem, was ich so beobachten konnte, s
cheint dies auch recht problemlos zu funktionieren. So findet man in Chinatown einen Hindutempel der Inder und die Chinesen feiern momentan ihr Geisterfest (nach dem Mondkalender der 7. Monat des Jahres), was nicht nur in Chinatown geschieht, sondern auch in Little India (dem Gebiet der Inder) und in allen anderen Teilen der Stadt. Nach dem Volksglauben kommen im Geistermonat die Geister und Seelen der Toten aus der Unterwelt auf die Erde und um ihnen den Weg zu weisen, werden Papierboote und Laternen ins Wasser entlassen und durch Opfergaben in Form von Speisen und dem Verbrennen von Totengeld werden die Geister und Seelen geehrt. Es besteht also momentan kein Grund zur Sorge, wenn man hier und da kleine Feuer entdeckt, weil ja meist auch noch jemand betend dabeisteht.
Singapur ist auf einem recht kleinen Gebiet erbaut und man hat hier ein grosses Platzproblem; sie moechten sich gern vergroessern, koennen aber nicht so wie sie wollen. Land ist deshalb teuer und man baut lieber in die Hoehe als in die Breite. Ich hatte den Eindruck, dass die Stadt bereits zugebaut ist, aber wo man hinsieht, wird gebaut und sobald sie einen kleinen Flecken Land entdecken, auf welchem man vielleicht ein weiteres Hochhaus zwengen koennte, wird dies auch sofort gemacht (es koennte ja jemand anders schneller sein). Dazu kommt, dass das Nachtrennen der Formel 1, der GP von Singapur am 21. September kurz vor der Tuer steht und so werden momentan neben all den Baustellen auch noch Strassen abgesperrt und die riesigen Absperrzaeune errichtet. Vom Riesenrad hatte ich die Chance, einen Teil des Racetracks ausfindig zu machen und die Boxengassen werden momentan auch hergerichtet. Wie die das mit dem Verkehr hier regeln, ist mir ein Raetsel, aber in Melbourne hab ich mich das damals auch gefragt und es ging. Die machen das ja schon seit ein paar Jahren, wissen also, was sie tun.
Die Singapurer lieben Farben und das sieht man dem Stadtbild auch an. Gerade die Hochhaeuser des staatlichen Wohnungsbaus sind in verschiedenen Farben angemalt und wenn man nach Chinatown oder Little India geht, verschlaegt einen die Farbenpracht fast die Sprache. Dazu kommt, dass gerade dort die Architektur sehr europaeisch ist: die vielen Fensterlaeden erinnern mich eher an gemuetliche Holzhuetten in Bayern oder auf der Alm und haette ich hier nicht erwartet. In Kombination mit den Farben wirken diese Stadtteile sehr lebhaft, vibrierend und verbreiten einfach eine gute Stimmung! Zumal dieses Chaos auf eine Seele dieser Stadtteile schliessen laesst. Ueberall anders ist Singapur eher steril und sehr sauber. Die Shopping Tempel der modernen Welt reihen sich an der Orchard Road aneinander und ich finde diese Gegend einfach nur obszoen. Geld regiert die Welt und das sieht man hier ganz genau. In Chinatown oder Little India ist es vielleicht etwas dreckiger als im Rest der Stadt, aber hier haben die Leute Spass am Leben; verschiedene Gerueche steigen einem in die Nase und man sieht dass die Leute hier wirklich leben und arbeiten. Die Orchard Road hingegen ist einfach nur zum Einkaufen da und sonst passiert da nicht viel, es hat kein Herz, keine Seele und keine heimische Atmosphere.
Wettermaessig muss ich mich sehr an das Waschkuechenklima gewoehnen, gerade n
ach dem Winter in Neuseeland, der zwar bisher sehr warm aber weniger luftfeucht war. Ich habe jemanden sagen hoeren, dass es hier 4 Jahreszeiten gibt: hot.hotter.wet.wetter (heiss.heisser.nass.nasser) und das trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn ich morgens das Haus verlasse, vergehen keine 15 Minuten, bis mir der gesamte Sonnenschutz vom Gesicht gelaufen ist. Danach mach ich mir auch nicht nochmal die Muehe, ihn wieder aufzutragen - wuerde sowieso in kurzer Zeit wieder die Fliege machen. Zum Glueck prallt hier die Sonne nicht vom Himmel, da es meist bedeckt ist und somit ist die Sonnenbrandgefahr zwar nicht bebannt aber weniger gefaehrlich.
Der Reisefuehrer beschreibt Singapur als die sicherste und einfachste Metropole in Asien. Damit ist nicht unbedingt die persoenliche Sicherheit gemeint, sondern die Einfachheit des Reisens, des sich Zurechtfindens und der nicht allzugrosse Kulturschock, den man als Tourist erwarten kann. Singapur ist zwar eine asiatische Metropole, aber denoch sehr europaeisch (britisch) aufgrund der vielen auslaendischen Arbeitskraefte im Finanzsektor. Wenn man sich nur im Finanzsdistrikt aufhaelt und die kulturellen Zentren der verschiedenen Ethnizitaeten meidet, koennte man vergessen, wo man eigentlich ist. Ausserdem hilft es ungemein, dass fast jeder in Singapur Englisch spicht und das macht vieles einfacher. Von hier aus wird es nicht so einfach weitergehen. Fuer Bangkok (und Thailand) erwarte ich sehr viel mehr Probleme mit der Sprache, weniger Effizienz bei Transport und natuerlich weniger Sauberkeit. Und was Kambodscha anbelangt darf ich nicht vergessen, dass dies noch immer ein Dritte-Welt-Land ist und dass das Reisen dort ganz anders stattfindet, als in all den anderen hochentwickelten Laendern, in denen ich bisher unterwegs war. Ich erwarte einen Kulturschock und bin gespannt auf alles, was mich so erwartet.
Fuer mich dauert es ja immer ein bisschen laenger, bis ich mal einen Flieger mit internationalem Ziel besteigen kann und so landete ich am Dienstag abend endlich nach vorherigen Boxenstop im Formule1 Hotel in Auckland (und die Zimmer sind wirklich wie Boxen angelegt, klein und ueberschaubar, aber sauber und neu) in Singapur und erlebte gleich mal eine Ueberraschung. Der Taxifahrer konnte naemlich mit der Adresse meines hotels nicht viel anfangen und rief erstmal einen Bekannten an, um sich nach dem Weg zu erkunden. Das ging ja schon mal gut los! Trotz anfaenglicher Zuversicht fand er das hotel nicht und so hielt er mal eben schnell bei der Polizeistation an und holte sich eine Wegbeschreibung ein. Weil er vorher im falschen Stadtteil gelandet war, zog er mir ein bisschen was vom Fahrpreis ab, was ich wirklich sehr nett von ihm fand.Singapur, was fuer eine Stadt! Laerm, Hochhaeuser, viele Farben, Chaos, Baustellen, ein effizientes oeffentliches Verkehrsmittelnetz, Sauberkeit, Dreck, Formel 1, Shopping, Essen und noch mehr Shoppen. Seit 3 Tagen bin ich nun in Singapur und habe viele Eindruecke sammeln koennen.
Singapur wurde 1867 zur britischen Kronkolonie, nachdem 1819 Sir Thomas Stamford Raffles in Singapur eine Niederlassung der Britischen Ostindien-Kompanie gruendete und somit als Gruender des modernen Singapur betrachtet wird. Zuvor wurde die Insel von malaiischen Fischerfamilien bevoelkert. Im zweiten Weltkrieg nahmen die Japaner Singapur ein somit gehoerte der Stadtstaat von 1942-45 zu Japan. Danach wurde Singapur an die Briten zurueckgegeben, um sich ab 1959 mit einem eigenen Premierminister selbstzuregieren. Es dauerte noch bis 1963, bis sich Singapur endlich vom Vereinigten Koenigreich unabhaengig machte und seitdem eigentstaendig ist. Amtssprachen sind Englisch, Chinesisch, Tamil und Malaiisch, aber gesprochen werden hier noch viele andere Sprachen, was den vielen verschiedenen Bevoelkerungsgruppen zuzuschreiben ist. Es leben knapp 5 Millionen Menschen in Singapur und die verteilen sich folgendermassen: 76,8% Chinesen, 13,8% Malaien, 7,9% Inder und 1,4% andere.
Das macht Singapur zu einem Schmelztiegel und von dem, was ich so beobachten konnte, s
cheint dies auch recht problemlos zu funktionieren. So findet man in Chinatown einen Hindutempel der Inder und die Chinesen feiern momentan ihr Geisterfest (nach dem Mondkalender der 7. Monat des Jahres), was nicht nur in Chinatown geschieht, sondern auch in Little India (dem Gebiet der Inder) und in allen anderen Teilen der Stadt. Nach dem Volksglauben kommen im Geistermonat die Geister und Seelen der Toten aus der Unterwelt auf die Erde und um ihnen den Weg zu weisen, werden Papierboote und Laternen ins Wasser entlassen und durch Opfergaben in Form von Speisen und dem Verbrennen von Totengeld werden die Geister und Seelen geehrt. Es besteht also momentan kein Grund zur Sorge, wenn man hier und da kleine Feuer entdeckt, weil ja meist auch noch jemand betend dabeisteht.Singapur ist auf einem recht kleinen Gebiet erbaut und man hat hier ein grosses Platzproblem; sie moechten sich gern vergroessern, koennen aber nicht so wie sie wollen. Land ist deshalb teuer und man baut lieber in die Hoehe als in die Breite. Ich hatte den Eindruck, dass die Stadt bereits zugebaut ist, aber wo man hinsieht, wird gebaut und sobald sie einen kleinen Flecken Land entdecken, auf welchem man vielleicht ein weiteres Hochhaus zwengen koennte, wird dies auch sofort gemacht (es koennte ja jemand anders schneller sein). Dazu kommt, dass das Nachtrennen der Formel 1, der GP von Singapur am 21. September kurz vor der Tuer steht und so werden momentan neben all den Baustellen auch noch Strassen abgesperrt und die riesigen Absperrzaeune errichtet. Vom Riesenrad hatte ich die Chance, einen Teil des Racetracks ausfindig zu machen und die Boxengassen werden momentan auch hergerichtet. Wie die das mit dem Verkehr hier regeln, ist mir ein Raetsel, aber in Melbourne hab ich mich das damals auch gefragt und es ging. Die machen das ja schon seit ein paar Jahren, wissen also, was sie tun.
Die Singapurer lieben Farben und das sieht man dem Stadtbild auch an. Gerade die Hochhaeuser des staatlichen Wohnungsbaus sind in verschiedenen Farben angemalt und wenn man nach Chinatown oder Little India geht, verschlaegt einen die Farbenpracht fast die Sprache. Dazu kommt, dass gerade dort die Architektur sehr europaeisch ist: die vielen Fensterlaeden erinnern mich eher an gemuetliche Holzhuetten in Bayern oder auf der Alm und haette ich hier nicht erwartet. In Kombination mit den Farben wirken diese Stadtteile sehr lebhaft, vibrierend und verbreiten einfach eine gute Stimmung! Zumal dieses Chaos auf eine Seele dieser Stadtteile schliessen laesst. Ueberall anders ist Singapur eher steril und sehr sauber. Die Shopping Tempel der modernen Welt reihen sich an der Orchard Road aneinander und ich finde diese Gegend einfach nur obszoen. Geld regiert die Welt und das sieht man hier ganz genau. In Chinatown oder Little India ist es vielleicht etwas dreckiger als im Rest der Stadt, aber hier haben die Leute Spass am Leben; verschiedene Gerueche steigen einem in die Nase und man sieht dass die Leute hier wirklich leben und arbeiten. Die Orchard Road hingegen ist einfach nur zum Einkaufen da und sonst passiert da nicht viel, es hat kein Herz, keine Seele und keine heimische Atmosphere.Wettermaessig muss ich mich sehr an das Waschkuechenklima gewoehnen, gerade n
ach dem Winter in Neuseeland, der zwar bisher sehr warm aber weniger luftfeucht war. Ich habe jemanden sagen hoeren, dass es hier 4 Jahreszeiten gibt: hot.hotter.wet.wetter (heiss.heisser.nass.nasser) und das trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn ich morgens das Haus verlasse, vergehen keine 15 Minuten, bis mir der gesamte Sonnenschutz vom Gesicht gelaufen ist. Danach mach ich mir auch nicht nochmal die Muehe, ihn wieder aufzutragen - wuerde sowieso in kurzer Zeit wieder die Fliege machen. Zum Glueck prallt hier die Sonne nicht vom Himmel, da es meist bedeckt ist und somit ist die Sonnenbrandgefahr zwar nicht bebannt aber weniger gefaehrlich.Der Reisefuehrer beschreibt Singapur als die sicherste und einfachste Metropole in Asien. Damit ist nicht unbedingt die persoenliche Sicherheit gemeint, sondern die Einfachheit des Reisens, des sich Zurechtfindens und der nicht allzugrosse Kulturschock, den man als Tourist erwarten kann. Singapur ist zwar eine asiatische Metropole, aber denoch sehr europaeisch (britisch) aufgrund der vielen auslaendischen Arbeitskraefte im Finanzsektor. Wenn man sich nur im Finanzsdistrikt aufhaelt und die kulturellen Zentren der verschiedenen Ethnizitaeten meidet, koennte man vergessen, wo man eigentlich ist. Ausserdem hilft es ungemein, dass fast jeder in Singapur Englisch spicht und das macht vieles einfacher. Von hier aus wird es nicht so einfach weitergehen. Fuer Bangkok (und Thailand) erwarte ich sehr viel mehr Probleme mit der Sprache, weniger Effizienz bei Transport und natuerlich weniger Sauberkeit. Und was Kambodscha anbelangt darf ich nicht vergessen, dass dies noch immer ein Dritte-Welt-Land ist und dass das Reisen dort ganz anders stattfindet, als in all den anderen hochentwickelten Laendern, in denen ich bisher unterwegs war. Ich erwarte einen Kulturschock und bin gespannt auf alles, was mich so erwartet.
Sunday, August 26, 2012
Endlich Urlaub
Ich habe mich schon eine ganze Weile nicht mehr gemeldet und bevor ich in meinen wohlverdienten
Urlaub aufbreche, moechte ich die letzten Wochen schnell noch fuer Euch zusammenfassen.
1. Wintersaison in Milford Sound
Zumindest dem Kalender nach herrscht bei uns nun Winter und zu dieser Zeit geht es
bekanntlich ein wenig ruhiger und gelassen in Milford zu: weniger Touristen, weniger Boote und weniger Einheimische lassen unsere kleine Gemeinschaft im Winter von vorher ca. 200 Leuten zu ungefaehr 50 zusammenschrumpfen. Diese Behaglichkeit und Ruhe wird schon seit Monaten gestoert von den Bauarbeiten, die im Hafen stattfinden und eine Vergroesserung dessen als Ziel haben. Wenn im Sommer alle Boote von allen 4 Unternehmen im Einsatz sind, dann geht es schon mal zu wie im Bienenstock und mit "Parkplaetzen" sieht es manchmal kritisch aus, da der Steg an der Felswand fuer den Kundenbetrieb aufgrund von 'geologischen Instabilitaeten' (sprich Steinschlaegen) nicht genutzt werden darf. Die kleine Landzunge am Eingang zu unserem beschaulichen Hafen wurde um einige Meter nach draussen versetzt, sodass mehr Stege und somit Anlegeplaetze fuer die zahlreichen Boote Platz finden koennen. Ausserdem wird auch noch die Holzverkleidung der Promenade erneuert, was zu einigen verwirrten Gesichtern nicht nur bei den Touristen aber auch bei uns Einheimischen gesorgt hat, da dies in Abschnitten geschieht und ein Weg, der fruehs noch begehbar war, am Nachmittag ploetzlich keine Holzbretter mehr traegt und a
bgesperrt wurde. Normalerweise ist ja der Winter eher langweilig, aber dieses Jahr koennen wir uns wirklich nicht beklagen, schliesslich haben uns die Bauarbeiten und die regelmaessigen Missgeschicke ordentlich auf Trapp gehalten und zahlreichen Gespraechsstoff geliefert. Beispiele gefaellig? 1) Einer der zahlreichen Bagger musste kurzfristig ausser Betrieb genommen werden, da die Schaufel ueberladen wurde und abfiel. 2) Die Arbeiten an der Promenade (Holzsteg) wurden fuer einige Tage eingestellt, weil kein Holz mehr da war. 3) Einer der Kraehne fiel aus noch nicht ermittelten Gruenden um und lag tagelang im Wasser. Da man einen 50 Tonnen Krahn nicht einfach so aus dem Wasser ziehen kann, lag der da fuer ein paar Tage und duerfte nun auf den Fotos zahlreicher Touristen erscheinen.
Wettermaessig hatten wir uebrigens so gut wie keinen Winter, es ist viel zu warm und trocken und Schnee hatten wir bisher nur einmal. Es besteht allerdings Hoffnung, denn seit 2 Tagen haben wir endlich unsere schweren Regenfaelle wieder und die Wasserfaelle und die ausgetrocknete Vegetation freuen sich ueber langersehnten Nachschub!
2. Aufenthaltsgenehmigung
Seit Mitte Juli habe ich nun meine Aufenthaltsgenehmigung und darf mich 'resident of New Zealand' nennen (Einwohner). Permanent ist das allerdings noch nicht, denn ich muss mich fuer 2 Jahre mindestens 6 Monate jaehrlich im Land aufhalten, bevor ich mich wiede
r bewerben und natuerlich auch wieder Geld bezahlen darf, damit ich einen dauerhaften Stempel in den Pass bekomme. Wie es jetzt weitergeht, weiss ich nicht wirklich und so richtig Zeit und Musse zum nachdenken hatte ich auch noch nicht. Ich brauch erstmal Urlaub und einen gewissen Abstand zu allem.
3. Tja, einen Geburtstag habe ich inzwischen auch schon wieder gefeiert und an die "Festivitaeten" werde ich mich bestimmt noch lange erinnern. Da mein Geburtstag auf meine freien Tage fiel und ich mit Freunden in Queenstown feiern wollte, haben wir ein Geburtstagsdinner ein paar Tage vorher veranstaltet und all meine Arbeitskollegen von den Booten waren anwesend. Diesmal wurde es mir verboten, mich am kochen oder aufraeumen zu beteiligen und so habe ich mich eben verwoehnen lassen. Ueber das Geschenk meiner Crew freute ich mich riesig, sie schenkten mir ein Do-it-yourself- Kaese-Set, mit dem ich verschiedene Sorten Kaese herstellen kann. Ausprobiert habe ich es schon einmal und leckeren Ricotta Kaese hergestellt - total einfach!
An meinem richtigen Geburtstag liesen wir (ich und drei meiner Freunde) uns im schniegelfeinen und teuren Hilton Restaurant so richtig verwoehnen (mit riesigen Tellern und kleinen Portionen) und wenn man das Gericht langsam genug isst, hat man hinterher auch keinen Hunger mehr.
4. Die Pinguine sind zurueck in Milford, um sich auf die naechste Bruetsaison vorzubereiten. Fuer Wochen haben wir sie an den bekannten Orten beobachten koennen wie sie entweder vom Nest runter zum Wasser laufen um fischen zu gehen, oder wie sie vom fischen nach Hause komme
n. Meistens stehen sie dann noch ne ganze Weile an Land und putzen sich bzw tummeln sich im flachen Wasser und dies zu beobachten ist eine wahre Freude. An einem meiner freien Tage paddelte ich mit dem Kayak zu einer dieser bekannten Neststellen und beobachtete die kleinen Racker aus gerade mal 4 Meter Entfernung. Was fuer ein Privileg, solch ein Schauspiel aus der Naehe betrachten zu duerfen!
Inzwischen sehen wir nicht mehr ganz so viele Pinguine und wir vermuten, dass sie inzwischen auf ihren Eiern sitzen. Die Fiordland Crested Penguins legen jaehrlich zwei Eier und schluepfen auch beide, aber leider konzentrieren sie sich bei der Aufzucht auf das staerkere der Kuecken und lassen das andere eingehen. Ja sie sind sehr schlechte Eltern und das ist wohl auch der Grund dafuer, dass diese Art von Pinguinen vom Aussterben bedroht ist.
Ein ganz besonderer Besucher hielt vor ein paar Tagen ganz Milford in Aufruhr; ein Southern Right Whale hatte sich in den Fjord verirrt und blieb den ganzen Tag bei uns, schwamm gemaechlich im Kreis umher und spielte mit den verspielten Pelzrobben. Touristen fragen ja oefter mal nach Walen und wenn man ihnen erstmal verklickert hat, wie selten das ueberhaupt passiert (vielleicht einmal im Jahr) und dass di
e sich dann meistens unter Wasser aufhalten, weil sie fuer 20-30 Minuten tauchen koennen und wieviel Glueck man ueberhaupt haben muss, um den Wal ueberhaupt zu sehen und ein Bild machen zu koennen, dann verstehen die meisten, was fuer ein besonderer Tag dieser Dienstag wirklich war. Wir warten 10 Minuten auf das Auftauchen dieses recht jungen Wals und wurden nicht enttaeuscht.
5. Tja und das wichtigste zum Schluss; ich habe endlich Urlaub! Wenn ich mir ueberlege, dass ich letztes Jahr um diese Zeit schon wieder aus meinem Europa Urlaub zurueckgekehrt und wieder voll in den Arbeitsalltag integriert war, dann versteh ich auch, warum ich den Urlaub so dringend brauche. Ich bin muede und brauche einen Tapetenwechsel! Meine Sachen sind endlich gepackt (und der Rucksack doch viel schwerer als beabsichtigt) und spaeter geht es mit dem Bus nach Queenstown. Am Montag dann mit dem Flieger nach Auckland und von dort am Dienstag nach Singapur. Dort werde ich einige Tage verbringen und dann gehts weiter nach Thailand, Cambodia und nach Vietnam. Am 5. Oktober fliege ich von Hanoi zurueck nach Auckland. Was mich dazwischen alles erwartet und was ich dort erlebe, koennt Ihr natuerlich hier mitverfolgen.
Eure sehr aufgeregte Katja
Urlaub aufbreche, moechte ich die letzten Wochen schnell noch fuer Euch zusammenfassen.
1. Wintersaison in Milford Sound
Zumindest dem Kalender nach herrscht bei uns nun Winter und zu dieser Zeit geht es
bekanntlich ein wenig ruhiger und gelassen in Milford zu: weniger Touristen, weniger Boote und weniger Einheimische lassen unsere kleine Gemeinschaft im Winter von vorher ca. 200 Leuten zu ungefaehr 50 zusammenschrumpfen. Diese Behaglichkeit und Ruhe wird schon seit Monaten gestoert von den Bauarbeiten, die im Hafen stattfinden und eine Vergroesserung dessen als Ziel haben. Wenn im Sommer alle Boote von allen 4 Unternehmen im Einsatz sind, dann geht es schon mal zu wie im Bienenstock und mit "Parkplaetzen" sieht es manchmal kritisch aus, da der Steg an der Felswand fuer den Kundenbetrieb aufgrund von 'geologischen Instabilitaeten' (sprich Steinschlaegen) nicht genutzt werden darf. Die kleine Landzunge am Eingang zu unserem beschaulichen Hafen wurde um einige Meter nach draussen versetzt, sodass mehr Stege und somit Anlegeplaetze fuer die zahlreichen Boote Platz finden koennen. Ausserdem wird auch noch die Holzverkleidung der Promenade erneuert, was zu einigen verwirrten Gesichtern nicht nur bei den Touristen aber auch bei uns Einheimischen gesorgt hat, da dies in Abschnitten geschieht und ein Weg, der fruehs noch begehbar war, am Nachmittag ploetzlich keine Holzbretter mehr traegt und a
bgesperrt wurde. Normalerweise ist ja der Winter eher langweilig, aber dieses Jahr koennen wir uns wirklich nicht beklagen, schliesslich haben uns die Bauarbeiten und die regelmaessigen Missgeschicke ordentlich auf Trapp gehalten und zahlreichen Gespraechsstoff geliefert. Beispiele gefaellig? 1) Einer der zahlreichen Bagger musste kurzfristig ausser Betrieb genommen werden, da die Schaufel ueberladen wurde und abfiel. 2) Die Arbeiten an der Promenade (Holzsteg) wurden fuer einige Tage eingestellt, weil kein Holz mehr da war. 3) Einer der Kraehne fiel aus noch nicht ermittelten Gruenden um und lag tagelang im Wasser. Da man einen 50 Tonnen Krahn nicht einfach so aus dem Wasser ziehen kann, lag der da fuer ein paar Tage und duerfte nun auf den Fotos zahlreicher Touristen erscheinen. Wettermaessig hatten wir uebrigens so gut wie keinen Winter, es ist viel zu warm und trocken und Schnee hatten wir bisher nur einmal. Es besteht allerdings Hoffnung, denn seit 2 Tagen haben wir endlich unsere schweren Regenfaelle wieder und die Wasserfaelle und die ausgetrocknete Vegetation freuen sich ueber langersehnten Nachschub!
2. Aufenthaltsgenehmigung
Seit Mitte Juli habe ich nun meine Aufenthaltsgenehmigung und darf mich 'resident of New Zealand' nennen (Einwohner). Permanent ist das allerdings noch nicht, denn ich muss mich fuer 2 Jahre mindestens 6 Monate jaehrlich im Land aufhalten, bevor ich mich wiede
r bewerben und natuerlich auch wieder Geld bezahlen darf, damit ich einen dauerhaften Stempel in den Pass bekomme. Wie es jetzt weitergeht, weiss ich nicht wirklich und so richtig Zeit und Musse zum nachdenken hatte ich auch noch nicht. Ich brauch erstmal Urlaub und einen gewissen Abstand zu allem. 3. Tja, einen Geburtstag habe ich inzwischen auch schon wieder gefeiert und an die "Festivitaeten" werde ich mich bestimmt noch lange erinnern. Da mein Geburtstag auf meine freien Tage fiel und ich mit Freunden in Queenstown feiern wollte, haben wir ein Geburtstagsdinner ein paar Tage vorher veranstaltet und all meine Arbeitskollegen von den Booten waren anwesend. Diesmal wurde es mir verboten, mich am kochen oder aufraeumen zu beteiligen und so habe ich mich eben verwoehnen lassen. Ueber das Geschenk meiner Crew freute ich mich riesig, sie schenkten mir ein Do-it-yourself- Kaese-Set, mit dem ich verschiedene Sorten Kaese herstellen kann. Ausprobiert habe ich es schon einmal und leckeren Ricotta Kaese hergestellt - total einfach!
An meinem richtigen Geburtstag liesen wir (ich und drei meiner Freunde) uns im schniegelfeinen und teuren Hilton Restaurant so richtig verwoehnen (mit riesigen Tellern und kleinen Portionen) und wenn man das Gericht langsam genug isst, hat man hinterher auch keinen Hunger mehr.
4. Die Pinguine sind zurueck in Milford, um sich auf die naechste Bruetsaison vorzubereiten. Fuer Wochen haben wir sie an den bekannten Orten beobachten koennen wie sie entweder vom Nest runter zum Wasser laufen um fischen zu gehen, oder wie sie vom fischen nach Hause komme
n. Meistens stehen sie dann noch ne ganze Weile an Land und putzen sich bzw tummeln sich im flachen Wasser und dies zu beobachten ist eine wahre Freude. An einem meiner freien Tage paddelte ich mit dem Kayak zu einer dieser bekannten Neststellen und beobachtete die kleinen Racker aus gerade mal 4 Meter Entfernung. Was fuer ein Privileg, solch ein Schauspiel aus der Naehe betrachten zu duerfen!Inzwischen sehen wir nicht mehr ganz so viele Pinguine und wir vermuten, dass sie inzwischen auf ihren Eiern sitzen. Die Fiordland Crested Penguins legen jaehrlich zwei Eier und schluepfen auch beide, aber leider konzentrieren sie sich bei der Aufzucht auf das staerkere der Kuecken und lassen das andere eingehen. Ja sie sind sehr schlechte Eltern und das ist wohl auch der Grund dafuer, dass diese Art von Pinguinen vom Aussterben bedroht ist.
Ein ganz besonderer Besucher hielt vor ein paar Tagen ganz Milford in Aufruhr; ein Southern Right Whale hatte sich in den Fjord verirrt und blieb den ganzen Tag bei uns, schwamm gemaechlich im Kreis umher und spielte mit den verspielten Pelzrobben. Touristen fragen ja oefter mal nach Walen und wenn man ihnen erstmal verklickert hat, wie selten das ueberhaupt passiert (vielleicht einmal im Jahr) und dass di
e sich dann meistens unter Wasser aufhalten, weil sie fuer 20-30 Minuten tauchen koennen und wieviel Glueck man ueberhaupt haben muss, um den Wal ueberhaupt zu sehen und ein Bild machen zu koennen, dann verstehen die meisten, was fuer ein besonderer Tag dieser Dienstag wirklich war. Wir warten 10 Minuten auf das Auftauchen dieses recht jungen Wals und wurden nicht enttaeuscht. 5. Tja und das wichtigste zum Schluss; ich habe endlich Urlaub! Wenn ich mir ueberlege, dass ich letztes Jahr um diese Zeit schon wieder aus meinem Europa Urlaub zurueckgekehrt und wieder voll in den Arbeitsalltag integriert war, dann versteh ich auch, warum ich den Urlaub so dringend brauche. Ich bin muede und brauche einen Tapetenwechsel! Meine Sachen sind endlich gepackt (und der Rucksack doch viel schwerer als beabsichtigt) und spaeter geht es mit dem Bus nach Queenstown. Am Montag dann mit dem Flieger nach Auckland und von dort am Dienstag nach Singapur. Dort werde ich einige Tage verbringen und dann gehts weiter nach Thailand, Cambodia und nach Vietnam. Am 5. Oktober fliege ich von Hanoi zurueck nach Auckland. Was mich dazwischen alles erwartet und was ich dort erlebe, koennt Ihr natuerlich hier mitverfolgen.
Eure sehr aufgeregte Katja
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