Da hatte ich mir nun also vorgenommen, regelmaessig von den Spielen zu berichten, um Euch hautnah an diesem Spektakel teilhaben zu lassen, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Aber egal, machen wir da weiter, wo wir das letzte Mal aufgehoert haben.
Nach der ersten Generalprobe am 8. Februar hatte ich dank meiner Arbeit bei VANOC ein regulaeres Ticket fuer die 2. Generalprobe am 10. Februar vor vollem Haus, welche aufgrund der zahlreichen Zuschauer viel spektakulaerer als ihr Vorgaenger war. Ausserdem traten am Mittwoch alle Saenger auf, was ueberraschend kam, denn eigentlich wird sowas immer bis zur eigentlichen Zeremonie fuer einen groesseren Ueberraschungseffekt geheim gehalten. Ich freute mich riesig ueber Brian Adams/Nelly Furtado und KD Lang (die im Gegensatz zu Brian und Nelly live sang) war einfach nur grossartig!
Der Tag der Eroeffnungsfeier machte mir bewusst, wie verrueckt es in den naechsten Tagen in der Stadt werden wuerde. 5 Uhr in der Frueh begann wieder meine Schicht, so dass ich frueh am Nachmittag nach Hause gehen konnte, mich umzog und dann auf den Weg zu einer Arbeitskollegin machte, um dort in der Gruppe die Eroeffnungszeremonie im TV mitzuverfolgen. Die Stadt war ueberfuellt und man kam nur laufend voran; als ich endlich viel zu spaet in der Wohnung ankam, lief gerade Deutschland ein und ich sah Andre Lange unsere Flagge schwingen! Ich teilte jedem begeistert mit, dass er mein Nachbar sei und ich glaube, jetzt feuern sie ihn auch an!
Arbeitstechnisch ist seit der Eroeffnung der Spiele nichts mehr wie vorher, denn seit dem 16. Februar veranstalten wir pro Tag 3 Hockey Spiele im Canada Hockey Place mit jeweils ca. 18.500 Zuschauern und die Siegerehrungen am Abend im BC Stadium mit nochmal ca. 25.000 Zuschauern. Zeit fuer Pausen bleibt da kaum und dementsprechend schnell gehen die Tage ins Land. Obwohl ich Laufen gewohnt bin, macht mir das viele Stehen zu schaffen und mein Ruecken (Steissbein) schmerzt ungemein. Wenn der ganze Trubel vorbei ist, werde ich mich mal irgendwo zur Massage anmelden.
Gerade die 5 Uhr Schichten haben mir in der ersten Woche zugesetzt, denn obwohl ich mir vorgenommen hatte, rechtzeitig ins Bett zu gehen, klappte das oft aus den verschiedensten Gruenden nicht. Deshalb war ich letzte Woche ueber meine 9 Uhr Schichten ganz froh, denn ich bekam mehr Schlaf. Sehr viel Zeit fuer meine Freunde blieb mir zwar nicht, aber das ein oder andere Mal schafften wir es, uns nach der Arbeit zu treffen, um uns gemeinsam verschiedene Wettkaempfe im TV anzuschauen. Letzten Samstag verhalf uns Fortuna mal wieder zu kostenlosen Tickets zur taeglichen Siegerehrung und anschliessendem live Konzert von den Stereophonics stattfand (die hier in Kanada leider kaum jemand kennt).
Die Stadt selbst ist momentan hoffnungslos ueberfuellt und es gibt einige Stellen in der Stadt, die man aufgrund der Massen am besten meiden sollte, gerade wenn man es eilig hat. Oeffentliche Verkehrsmittel nach der Arbeit nutzen zu wollen ist eine mehr als dumme Idee, denn zu dieser Zeit machen sich Tausende von Leuten auf den Weg zu einem der Hockey Spiele. Die Schlangen vor den Bahnhoefen schlaengeln sich meist vom Bahnsteig bis rauf auf die Strasse und um den Bahnhof drumherum und um Zutritt zu den zahlreichen live sites wartet man mehrere Stunden. Zum Deutschen Haus und dem dazugehoerigen Deutschen Fan Fest, veranstaltet vom mdr und Thueringen, habe ich es zum Glueck auch mal geschafft und erlebte gleich beim Einlass eine grosse Ueberraschung. Wie ueberall wurden die Ausweise ueberprueft und ich wollte zeigen, dass ich neben den vielen Kanadiern in der Schlange Deutsche bin und zeigte meinen deutschen Fuehrerschein, worauf gleich zustimmend kommentiert wurde, dass ich ja aus Suhl stamme und einer der Tuersteher meinte, er sei auch Suhler! Das gab sogleich ein High-Five! Das Zelt selbst war gekrachte voll und wenn man dort den ganzen Abend verbringen will, sollte man nen dicken Geldbeutel dabei haben, schliesslich kostet der Becher Koestritzer Bier 9 CAD und die Bratwurst 7 CAD. Nicht gerade ein Schnaeppchen aber fuer Delikatessen aus der Heimat gibt man das schon mal aus. Mit dem Maedel am Souvenirtisch unterhielt ich mich noch ne Weile und erfuhr, dass sie schon bei den letzten Winterspielen in Turin dabei war und dass sie alle nur zum Arbeiten waehrend der Winterspiele in Vancouver seien.
Heute war ein besonderer Tag und das in vielerlei Hinsicht. Zum einen hat Andre Lange in Whistler mal wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er der erfolgreichste und beste Bobfahrer aller Zeiten ist und hat im Zweierbob Gold geholt. Das gleiche erwarte ich naechste Woche im Viererbob. Das tollste ist, dass ich naechsten Samstag frei habe und gerade dabei bin, ein Ticket fuer Bob zu ergattern, damit ich naechste Woche live dabei sein kann. Die Deutschland Fahne habe ich bereits im Deutschen Haus gekauft, so dass ich ihn ordentlich anfeuern kann. Auch die Damen haben heute im Biathlon noch mal ordentlich abgeraeumt und den Herren gezeigt, wo der Hammer haengt!
Ausserdem hat heute Kanada im Hockey gegen die USA gespielt und das war in vielerlei Hinsicht das Highlight der gesamten Spiele. Zum einen ist die USA ein grosser Rivale und das Gewinnen eine Frage der Ehre (aehnlich wie bei Deutschland und England im Fussball) und zum anderen haben sich viele dieses Match als Finale gewuenscht. Nun ja, im Nachhinein ist Kanada wahrscheinlich ganz froh, dass es heute nicht das Finale war, denn sie haben 5:3 verloren. Obwohl ich die USA nicht besonders leiden kann und mich immer freue, wenn sie von jemandem geschlagen werden, konnte ich mir trotzdem ein wenig Schadenfreude heute nicht verkneifen, denn Kanada hat diesen Daempfer wirklich dringend gebraucht. Gegen gesundes Selbstvertrauen ist nichts einzuwenden, aber wenn man sich schon im Vorneherein als Olympiasieger und Bester darstellt, muss man mit Fehlschlegen umgehen koennen. Und obwohl sie heute viel Druck nach vorne ausgeuebt haben und die USA dominiert haben, leisteten sie sich eben zu viele Fehler in der Abwehr. Das Spiel habe ich uebrigens in einem Pub angeschaut und die Stimmung war trotz der Niederlage recht gut, auch wenn die nervigen 'Go Canada Go' Rufe nach dem Spiel sehr viel verhaltener ausfielen als sonst.
10 Tage sind vergangen und die Abschlussfeier am 28. Februar steht schon fast wieder vor der Tuer. Wie bereits angekuendigt, werde ich im Maerz fuer den security job nicht gebraucht, so dass ich mich als Volunteer (Freiwilliger) fuer die Paralympics angemeldet habe. In Vancouver selbst ist ja nicht so viel los, sodass ich meine Beziehungen bei VANOC hab spielen lassen und mich fuer Whistler gemeldet habe. Unterkunft wird mir gestellt und so werde ich im Athleten Dorf wohnen und arbeiten. Viele meiner Freunde werden auch dort sein, so dass das Ganze ein grosser Spass werden wird. Meinen Einsatzplan habe ich bereits erhalten, am 6. Maerz gehts los und mein letzter Tag wird der 23. Maerz sein. Zwischendurch habe ich zahlreiche Tage frei und somit die Gelegenheit, Whistler und Umgebung unsicher zu machen. Freue mich schon darauf, endlich wieder meine Kamera auslasten zu koennen!
Sunday, February 21, 2010
Monday, February 8, 2010
aller Anfang ist schwer
Die ersten 4 Arbeitstage habe ich hinter mich gebracht und chaotischer gehts wohl kaum. Wie im letzten Beitrag erwaehnt, befanden sich BC Stadium / Canada Hockey Place von Mittwoch Nacht an im lockdown, was bedeutet, dass die Polizei mit Sondereinsatzkommando, Spuerhunden und den Bombenspezialisten jeden Milimeter des Gelaendes nach unerlaubten Objekten durchsuchen. Eingeplant waren dafuer 48 Stunden und naja, es hat ein wenig laenger gedauert, aber dazu spaeter mehr.
Fuer den ersten Arbeitstag (Donnerstag 4.2.) war ich fuer 7.45 Uhr in der Frueh eingeteilt und ich versuchte durch PSA 2 Zutritt zum Gelaende erlangen, da uns dies am Vortag geraten wurde. Dort angekommen, teilte mir ein Polizist mit, dass dieser 'Fussgaenger-Screening-Bereich' noch nicht offen sei und ich es bei PSA 3 versuchen sollte. PSA 3 liegt am anderen Ende des riesigen Gelaendes und als ich dort nach ca. 10 Minuten Fussmarsch ankam und eine kleine Ansammlung von Belegschaft vor den Toren stehen sah, ahnte ich bereits, dass die Dinge wohl nicht genau nach Plan liefen. Die Polizei war so nett und hielt uns ueber ihren Funkverkehr auf dem Laufenden; die X-Ray Maschinen (Roentgen) und auch die Metalldektoren wuerden nicht funktionieren und deshalb koennte die Belegschaft nicht ueberprueft und aufs Gelaende gelassen werden. Nach einiger Zeit des Wartens wurden wir endlich reingelassen und die Taschen per Hand durchsucht. Im Pausenraum angekommen, stappelten sich fast die security Leute und wir erfuhren recht schnell, dass die Nachtschicht so gut wie nichts zu tun hatte, weil die Portale nicht geoeffnet werden durften (Anweisung von der Polizei). Also sassen die meisten rum und langweilten sich. Das ist im Grossen und Ganzen das Gleiche, was ich im Laufe meines ersten Tages gemacht habe; Rumsitzen und Warten. Zwischendurch gings dann mal zum Mittagessen und weil durch den security lockdown das Essen nicht bei uns serviert werden konnte, durften wir im BC Stadium essen (normalerweise haben wir dort keinen Zutritt). Da dort momentan fuer die Eroeffnungszeremonie geprobt wird, mussten wir unsere Handys ausschalten und durften uns auch so nicht frei bewegen und sogar nur mit Escort auf die Toilette! Ausser dass es an diesem Tag drunter und drueber ging, kann ich nichts weiter ueber diesen langweiligen Tag sagen und so erspare ich mir den Rest.
Am Freitag hatte ich dann frei und bin wieder zu VANOC auf Arbeit, um dort meinen ganzen Kram zusammen zupacken und goodbye zu sagen. War ne kurze Zeit aber sehr lehrreich und ne tolle Erfahrung und wird sich auch auf meinem Lebenslauf ganz gut machen. Und meine Arbeitskollegen werde ich auf alle Faelle vermissen! Abends gings dann noch in eine Art taiwanesisches Balett/Tai-Chi/Dance Theater (Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan MOON WATER) dessen Karten wir ueber VANOC bekommen hatten (hat halt seine Vorteile, beim Veranstalter der Cultural Olympiad- der kulturellen Olympiade zu arbeiten). Wenn ich ehrlich bin, fand ich die Vorstellung ziemlich langweilig, weil es immer das selbe war (von den Bewegungen her und auch von der Musik) und das wirkte ermuedend, gerade weil ich sowieso schon an Schlafmangel leide. Die Koerperbeherrschung der Taenzer hingegen verdient allerhoechsten Respekt, das war harte Arbeit!
Samstag dann zurueck im BC Place und eigentlich haette ja der lockdown beendet sein muessen, da die 48 Stunden rum waren. Als ich 5 Uhr in der Frueh (!) auf Arbeit erschien, hies es, wir duerften unseren Aufenthaltsraum (Plaza of Nations) nicht betreten, weil die Polizei BC Stadium und Plaza of Nations noch einmal durchsuchen wuerde, da sich beim letzten Mal zu viele Personen in den Gebaeuden aufhielten und sie deshalb noch als 'dirty' eingestuft wuerden. Wir warteten knapp 2 Stunden und konnten nicht mal unsere Wasserflaschen auffuellen (das Mitbringen von Wasser in unversiegelten Flaschen war bis dahin nicht gestattet) und oeffneten dann endlich ein paar Portale, um unsere Leute zu beschaeftigen. Und darauf lief es auch hinaus, denn es gab nichts zu tun, niemand kam durch unsere Portale. Recht viele Lieferanten, Belegschaft, Artisten fuer die Zeremonien usw ersuchten Zutritt, aber die haben ein extra Portal und somit war dieses das einzige, das was zu tun hatte. Um zur Verwirrung beizutragen, mit unseren Mahlzeiten lief an diesem Tag auch so gut wie alles schief, was nur irgendwie schief gehen koennte uns so gab es nur Sandwiches zum Morgen, weil die Gastronomie Leute aufgrund des Lockdowns nichts zubereiten konnten. Fuer Mittag wurden uns am Morgen keine Coupons gegeben und als wir uns welche abholen wollten, gabs keine mehr. Weil wir ja schliesslich was essen mussten, durften wir nebenan im Casino auf Kosten der Firma essen gehen, was eine willkommene Abwechslung war (allerdings war das wieder mit viel Laufen verbunden, da man erst aus dem Gelaende raus und drumherum laufen muss, um zum Casino zu gelangen). Als wir nach der Pause endlich wieder im Gelaende ankamen (wir mussten ja wieder drumherum), war unsere Schicht vorbei und wir konnten nach Hause.
Sonntag (05:00 Start) und Montag (07:45) liefen dann schon wesentlich besser, wir verbrachten zwar den Grossteil der Zeit mit Warten, aber zumindest in den Portalen und so vertreibt man sich die Zeit recht unterschiedlich: Screenen (wenn denn mal jemand vorbei kommt); Reports schreiben; mit den Polizisten und anderen GSS Leuten quatschen; die Screener testend indem man Teppichschneider am Koerper versteckt und hofft, man kommt unentdeckt durch; und meine Lieblingsbeschaeftigung ist das Mithoeren der Gespraeche uebers Radio (jeder Supervisor traegt ein Radio zur besseren Verstaendigung mit der Kommandozentrale, der Polizei und unserem Manager). Ich habe festgestellt, dass die wenigsten Leute Erfahrung im Umgang mit den Radios haben (habe ich damals in Milford staendig machen muessen, um mit den Booten Kontakt zu halten) und die meisten koennen sich einfach ihre Rufzeichen nicht merken (und das ist nun wirklich das einfachste ueberhaupt). Ich finde das immer sehr unterhaltsam, wenn die Kommandozentrale schon zum dritten Mal erklaert, wie man sich ordnungsgemaess am Radio zu Wort meldet und der naechste machts dann doch wieder falsch.
Heute, Montag, arbeitete ich laenger als geplant und als ich nach Hause ging, fragte man mich, ob ich nicht Lust haette, mir die heute stattfindende erste Generalprobe der Eroeffnungszeremonie anzuschauen - das war uebrigens das erste Mal, dass wir richtig getestet wurden. Wenn man sonst 20 Leute pro Tag screent und ploetzlich Hunderte von Leuten vor dem Portal stehen, dann ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht - obwohl diese Generalprobe vor nicht mal halben Haus stattfand (20-25.000 Leute). Natuerlich nahm ich das Ticket und konnte es nicht glauben, dass ich mir ansehen konnte, was sich mehrere Billionen Menschen am Freitag am TV anschauen werden und wofuer einige Leute mehrere Tausend Dollar fuer Eintrittskarten bezahlt haben. Zur Show selbst darf ich natuerlich nichts sagen, ausser dass ich begeistert war. Es kommt zwar sicherlich nicht an Peking (die letzte Sommer Olympiade) heran, weil man das einfach nicht toppen kann aber sie brauchen sich trotzdem nicht hinter den Chinesen zu verstecken!
Fuer den ersten Arbeitstag (Donnerstag 4.2.) war ich fuer 7.45 Uhr in der Frueh eingeteilt und ich versuchte durch PSA 2 Zutritt zum Gelaende erlangen, da uns dies am Vortag geraten wurde. Dort angekommen, teilte mir ein Polizist mit, dass dieser 'Fussgaenger-Screening-Bereich' noch nicht offen sei und ich es bei PSA 3 versuchen sollte. PSA 3 liegt am anderen Ende des riesigen Gelaendes und als ich dort nach ca. 10 Minuten Fussmarsch ankam und eine kleine Ansammlung von Belegschaft vor den Toren stehen sah, ahnte ich bereits, dass die Dinge wohl nicht genau nach Plan liefen. Die Polizei war so nett und hielt uns ueber ihren Funkverkehr auf dem Laufenden; die X-Ray Maschinen (Roentgen) und auch die Metalldektoren wuerden nicht funktionieren und deshalb koennte die Belegschaft nicht ueberprueft und aufs Gelaende gelassen werden. Nach einiger Zeit des Wartens wurden wir endlich reingelassen und die Taschen per Hand durchsucht. Im Pausenraum angekommen, stappelten sich fast die security Leute und wir erfuhren recht schnell, dass die Nachtschicht so gut wie nichts zu tun hatte, weil die Portale nicht geoeffnet werden durften (Anweisung von der Polizei). Also sassen die meisten rum und langweilten sich. Das ist im Grossen und Ganzen das Gleiche, was ich im Laufe meines ersten Tages gemacht habe; Rumsitzen und Warten. Zwischendurch gings dann mal zum Mittagessen und weil durch den security lockdown das Essen nicht bei uns serviert werden konnte, durften wir im BC Stadium essen (normalerweise haben wir dort keinen Zutritt). Da dort momentan fuer die Eroeffnungszeremonie geprobt wird, mussten wir unsere Handys ausschalten und durften uns auch so nicht frei bewegen und sogar nur mit Escort auf die Toilette! Ausser dass es an diesem Tag drunter und drueber ging, kann ich nichts weiter ueber diesen langweiligen Tag sagen und so erspare ich mir den Rest.
Am Freitag hatte ich dann frei und bin wieder zu VANOC auf Arbeit, um dort meinen ganzen Kram zusammen zupacken und goodbye zu sagen. War ne kurze Zeit aber sehr lehrreich und ne tolle Erfahrung und wird sich auch auf meinem Lebenslauf ganz gut machen. Und meine Arbeitskollegen werde ich auf alle Faelle vermissen! Abends gings dann noch in eine Art taiwanesisches Balett/Tai-Chi/Dance Theater (Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan MOON WATER) dessen Karten wir ueber VANOC bekommen hatten (hat halt seine Vorteile, beim Veranstalter der Cultural Olympiad- der kulturellen Olympiade zu arbeiten). Wenn ich ehrlich bin, fand ich die Vorstellung ziemlich langweilig, weil es immer das selbe war (von den Bewegungen her und auch von der Musik) und das wirkte ermuedend, gerade weil ich sowieso schon an Schlafmangel leide. Die Koerperbeherrschung der Taenzer hingegen verdient allerhoechsten Respekt, das war harte Arbeit!
Samstag dann zurueck im BC Place und eigentlich haette ja der lockdown beendet sein muessen, da die 48 Stunden rum waren. Als ich 5 Uhr in der Frueh (!) auf Arbeit erschien, hies es, wir duerften unseren Aufenthaltsraum (Plaza of Nations) nicht betreten, weil die Polizei BC Stadium und Plaza of Nations noch einmal durchsuchen wuerde, da sich beim letzten Mal zu viele Personen in den Gebaeuden aufhielten und sie deshalb noch als 'dirty' eingestuft wuerden. Wir warteten knapp 2 Stunden und konnten nicht mal unsere Wasserflaschen auffuellen (das Mitbringen von Wasser in unversiegelten Flaschen war bis dahin nicht gestattet) und oeffneten dann endlich ein paar Portale, um unsere Leute zu beschaeftigen. Und darauf lief es auch hinaus, denn es gab nichts zu tun, niemand kam durch unsere Portale. Recht viele Lieferanten, Belegschaft, Artisten fuer die Zeremonien usw ersuchten Zutritt, aber die haben ein extra Portal und somit war dieses das einzige, das was zu tun hatte. Um zur Verwirrung beizutragen, mit unseren Mahlzeiten lief an diesem Tag auch so gut wie alles schief, was nur irgendwie schief gehen koennte uns so gab es nur Sandwiches zum Morgen, weil die Gastronomie Leute aufgrund des Lockdowns nichts zubereiten konnten. Fuer Mittag wurden uns am Morgen keine Coupons gegeben und als wir uns welche abholen wollten, gabs keine mehr. Weil wir ja schliesslich was essen mussten, durften wir nebenan im Casino auf Kosten der Firma essen gehen, was eine willkommene Abwechslung war (allerdings war das wieder mit viel Laufen verbunden, da man erst aus dem Gelaende raus und drumherum laufen muss, um zum Casino zu gelangen). Als wir nach der Pause endlich wieder im Gelaende ankamen (wir mussten ja wieder drumherum), war unsere Schicht vorbei und wir konnten nach Hause.
Sonntag (05:00 Start) und Montag (07:45) liefen dann schon wesentlich besser, wir verbrachten zwar den Grossteil der Zeit mit Warten, aber zumindest in den Portalen und so vertreibt man sich die Zeit recht unterschiedlich: Screenen (wenn denn mal jemand vorbei kommt); Reports schreiben; mit den Polizisten und anderen GSS Leuten quatschen; die Screener testend indem man Teppichschneider am Koerper versteckt und hofft, man kommt unentdeckt durch; und meine Lieblingsbeschaeftigung ist das Mithoeren der Gespraeche uebers Radio (jeder Supervisor traegt ein Radio zur besseren Verstaendigung mit der Kommandozentrale, der Polizei und unserem Manager). Ich habe festgestellt, dass die wenigsten Leute Erfahrung im Umgang mit den Radios haben (habe ich damals in Milford staendig machen muessen, um mit den Booten Kontakt zu halten) und die meisten koennen sich einfach ihre Rufzeichen nicht merken (und das ist nun wirklich das einfachste ueberhaupt). Ich finde das immer sehr unterhaltsam, wenn die Kommandozentrale schon zum dritten Mal erklaert, wie man sich ordnungsgemaess am Radio zu Wort meldet und der naechste machts dann doch wieder falsch.
Heute, Montag, arbeitete ich laenger als geplant und als ich nach Hause ging, fragte man mich, ob ich nicht Lust haette, mir die heute stattfindende erste Generalprobe der Eroeffnungszeremonie anzuschauen - das war uebrigens das erste Mal, dass wir richtig getestet wurden. Wenn man sonst 20 Leute pro Tag screent und ploetzlich Hunderte von Leuten vor dem Portal stehen, dann ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht - obwohl diese Generalprobe vor nicht mal halben Haus stattfand (20-25.000 Leute). Natuerlich nahm ich das Ticket und konnte es nicht glauben, dass ich mir ansehen konnte, was sich mehrere Billionen Menschen am Freitag am TV anschauen werden und wofuer einige Leute mehrere Tausend Dollar fuer Eintrittskarten bezahlt haben. Zur Show selbst darf ich natuerlich nichts sagen, ausser dass ich begeistert war. Es kommt zwar sicherlich nicht an Peking (die letzte Sommer Olympiade) heran, weil man das einfach nicht toppen kann aber sie brauchen sich trotzdem nicht hinter den Chinesen zu verstecken!
Wednesday, February 3, 2010
buntes Treiben im BC Place
So, voll einsatzfaehig melde ich mich nach meinen beiden Trainingsessions zurueck. Das Jobtraining am Samstag fand unter Normalbedingungen statt, und das heisst fuer Vancouver - im Regen. Mehrere Hundert Security Mitarbeiter fanden sich im Pacific Coliseum ein, wo wir in richtigen Portals mit X-Ray Maschinen, Magnetometern und Stabscannern Hand anlegen durften. Waehrend jeweils ein Team das Portal bemannte, agierten die restlichen Teams als Zuschauer und liesen sich durchsuchen, durchleuten und abtasten. Da standen wir nun also stundenlang im Regen und bekamen ein ganz gutes Gefuehl dafuer, wie sich wohl die ganzen Leute fuehlen werden, die vor den Stadien anstehen und darauf warten, eingelassen zu werden. Fuer mich persoenlich gab das einen zusaetzlichen Ansporn, mein jeweiliges Team zu Hoechtleistungen und Tempo zu bewegen, um die Zuschauer schnellstmoeglich durch die Kontrolle zu schleusen.Ausserdem wurde mir wieder bewusst, mit welchen Herausforderungen ich wohl waehrend meiner Arbeit umzugehen habe; einige der Screener sprechen kaum Englisch und koennen nicht mal die auswendig gelernten Saetze ohne Holpern von sich geben, was wohl sehr interessant werden duerfte. Schliesslich muessen sie die Zuschauer bitten, ihre Taschen zu leeren, um Erlaubnis fragen, die Taschen durchsuchen zu duerfen und sich vergewissern, ob scharfe Gegenstaende in der Tasche sind, an denen sie sich verletzen koennten. Ich stelle mich schon seelisch und moralisch auf Sprachunterricht ein....
Heute hatte ich meine Einfuehrung fuer BC Place / Canada Hockey Place und da gehts momentan organisiert drunter und drueber. Denn ab heute Mitternacht wird das riesige Gelaende komplett abgeriegelt und man kommt nur noch mit seiner accreditation aufs Gelaende. Alle moeglichen departments und Funktionsbereiche scheuchen momentan hunderte von Leuten durch BC Place um ihnen das noetige Training zu verpassen und mit dem Gelaende vertraut zu machen. Und so begegneten wir heute nicht nur Event Services (den Freiwilligen von VANOC, die fuer die Betreuung der Zuschauer zustaendig sind) sondern auch Herrscharen von Polizisten, die von allen Teilen Kanadas nach Vancouver gekommen sind, um fuer die Sicherheit aller Beteiligten zu sorgen. Viele von ihnen werden auf Kreuzfahrtschiffen naechtigen, weil Vancouver nicht so viele Betten fuer alle an den Spielen Beteiligten und die Zuschauer bieten kann.
Wie bereits im letzten Eintrag erwaeht, ist BC Place das groesste Olympiagelaende in Vancouver und mit ca. 950 security Leuten, 500 Polizisten und insgesamt ca. 9500 Arbeitskraeften definitiv ein Bienennest!
Ach so, meinen Arbeitsplan habe ich nun auch gestern endlich erhalten und ich fange MORGEN an zu arbeiten. Meine Schicht beginnt 7:45 in der Frueh und wer das fuer frueh haelt, sollte mal den Rest meines Plans sehen; an vielen Tagen fange ich schon 5 Uhr morgens an. Und das ist die Zeit, zu welcher ich zum Supervisor Briefing (Besprechung) erscheinen muss; screening (auch unserere Taschen werden durchleuchtet) und einchecken sind da noch nicht beeinhaltet. So frueh am Morgen duerfte das noch kein grosses Problem sein, aber bei meinen Nachmittagsschichten sollte ich ein oder zwei Stunden einrechnen, bis ich durch die Kontrollen durch bin, denn wir haben keinen extra Eingang und muessen uns mit den Zuschauern anstellen. Das kann ja heiter werden, gerade vor Hockey Spielen oder zur Eroeffnungsfeier!
Fuer Maerz bin ich ueberhaupt nicht eingeteilt worden, sodass ich fuer die Paralympics frei bin. Dafuer hab ich mir was ganz besonderes einfallen lassen, aber dazu mehr im naechsten Beitrag....
Monday, January 25, 2010
Neuigkeiten
So, da hab ich mich gestern noch beschwert, dass ich noch nicht weiss, wo es mich fuer meinen Olympia Job hinverschlagen wird und schon hab ich einen Tag spaeter 2 Email Einladungen von meinem Arbeitgeber im Postfach und die Info, dass ich im Canada Hockey Place / BC Place arbeiten werde. Das hat mich riesig gefreut, schliesslich handelt es sich dabei um das groesste Olympiagelaende in Vancouver und mit taeglichen Siegerehrungen ist dort jeden Tag was los. Die Einladungen sind zum einen fuer den kommenden Samstag zur "Large Scale Simulation", wo wir das erste und letzte Mal vor unserem ersten offiziellen Einsatz unseren Job unter Normalbedingungen 'ausprobieren' koennen. Wir wurden gebeten, in Uniform zu erscheinen und Handtaschen usw mitzubringen, die wir dann gegenseitig im Training durchsuchen koennen (da werde ich wohl vorher alle meine Tampons rausnehmen.....;-) ). Die zweite Einladung ist dann fuer den darauffolgenden Mittwoch, wo wir uns Canada Hockey Place/BC Place naeher anschauen und uns mit allem vertraut machen koennen; angefangen von Toiletten, Pausenraeumen, Notausgaengen, unseren Eingangsportalen (also unseren eigentlichen Arbeitsplaetzen) und vieles andere mehr. Und dann wirds wahrscheinlich Schlag auf Schlag gehen, ein paar Tage spaeter gibts den Einsatzplan und dann gehts auch schon los. Geprobt wird ja schon fleissig fuer die Eroeffnungsfeier und soweit ich informiert bin, wird das ganze Gelaende spaetestens naechste Woche abgeriegelt werden. Am 10.2. findet die Generalprobe statt und am 12.2. gibts dann kein Zurueck mehr!Oh Gott, bin schon ganz kribbelig!
Ach ja und es gibt noch weitere Neuigkeiten. Es ist wieder etwas kaelter geworden in Vancouver und der Regen hat auf Cypress Mountain 25cm Neuschnee verursacht. Na wenn das keine guten Nachrichten sind!
Sunday, January 24, 2010
noch 18 Tage bis Olympia!
Manchmal muss ich mich kneifen, denn das Runterrattern des Countdowns erscheint mir surreal. Vor einigen Monaten schienen die Olympischen Spiele noch so weit entfernt und die Realisierung dieses einzigartigen Events unvorstellbar und nun sind es nicht mal mehr 3 Wochen bis die Fackel im BC Stadium entzuendet wird. Apropos Fackel, wo hat die sich eigentlich die letzten Monate so rumgetrieben?
Erstmal wurde sie ganz traditionell am 22. Oktober in Olympia, Griechenland entzuendet, nicht mit Hilfe eines Streichholzes, sondern durch reflektierende Sonnenstrahlen auf einer Metallplatte, bevor sie sich auf einen mehrtaegigen Ausflug durch Griechenland machte. Am 29. Oktober wurde sie dann in Athen an den Geschaeftsfuehrer von VANOC (das Organisationskommitee) uebergeben und in den Flieger verfrachtet. Am 30. Oktober erreichte die Fackel Victoria, Hauptstadt des austragenden Bundesstaates British Columbia auf Vancouver Island und in den darauffolgenden 106 Tagen wird die Fackel von mehr als 12.000 Auserwaehlten durch mehr als 1.000 kanadische Gemeinden mehr als 45.000 Kilometer durchs Land reisen bis sie schliesslich am 12. Februar in Vancouver eintreffen und den Beginn der 21. Olympischen Winterspiele einlaeuten wird.
Noch 18 Tage und man sieht, dass da was Grosses auf uns zukommt! Die Vorbereitungen waren ja schon seit langem im Gange, aber so langsam intensiviert sich das bunte Treiben. Absperrungen werden taeglich neue hochgezogen, bestehende werden enger gezogen und bereits jetzt sind bestimmte Strassen nicht mehr befahrbar. Im Olympischen Dorf arbeitet man wie fleissige Bienchen rund um die Uhr, um letzte Handgriffe anzulegen und den Athleten ein gemuetliches Zuhause zu bieten. Durch VANOC hatte ich die Gelegenheit, an einer Tour durchs Athletendorf teilzunehmen und mir verschlug es die Sprache. Die Apartments sind luxus pur und die Aussicht auf downtown Vancouver atemberaubend. Das Dorf wurde extra fuer den Anlass gebaut und so ist alles auf dem neuesten Stand; die Poliklinik wird moderner ausgestattet sein als manches Kleinstadt Krankenhaus. Am 29. Januar erwartet man die ersten Offiziellen in den Doerfern (es gibt jeweils eins in Vancouver und eins in Whistler) und am 4. Februar werden dann beide Olympischen Doerfer ganz offiziell ihre Bewohner willkommen heissen. Das Hauptmedienzentrum laeuft sogar schon seit 12. Januar, wenn auch noch nicht auf voller Kapazitaet. Die meisten Journalisten werden wohl ein paar Tage vor der Eroeffnungszeremonie auf der Bildflaeche erscheinen.
Freitag der 22. Januar war der offizielle Start der Cultural Olympiad 2010; einer 2 monatigen Dauerveranstaltung in Sachen Musik, Tanz, Kunst und allem anderen, was in den Bereich Kultur faellt. Dazu zaehlen taegliche Live-Events waehrend der Olympischen Spiele, zu denen sich zahlreiche namenhafte Kuenstler angemeldet haben.
Momentan bekomme ich von dem ganzen Trubel nicht besonders viel mit, da bei VANOC verstaendlicherweise auf Hochtouren gearbeitet wird; fuer mich bedeutet das eine 50 Stunden Woche und manchmal 12 Stunden Arbeitstage! Wir befinden uns im Endspurt und wir im Recruitment fuellen die letzten noch verbliebenen Stellen mit Freiwilligen. Das stellt sich als leichter heraus, als ich vorher befuerchtet hatte, gibt es doch sehr viele Leute, denen einfache Jobs nicht gut genug sind und die nur dann aushelfen wollen, wenn es sich um hochangesehene Taetigkeiten handelt. In der Zwischenzeit duerften auch diese Traeumer realisiert haben, dass ihre Chancen nicht mehr besonders gut stehen, ueberhaupt bei Olympia dabeizusein, deswegen heisst es hop oder top; nimm den Job den ich Dir anbiete oder geh leer aus! Diese Woche ist wahrscheinlich meine letzte, da mich Adecco nur bis Januar weitervermittelt hat und da ich auch hoffentlich bald mit meinem security job anfange. Zu welchem Veranstaltungsort es mich verschlagen wird und wann ich zu arbeiten beginne, ist mir bisher noch nicht mitgeteilt worden, aber es kann sich nur noch um Tage handeln. Alle Veranstaltungsstaetten werden nun nach und nach von Militaer, Polizei und Security hermetisch abgeriegelt und man kommt nur noch mit Zugangsberechtigung auf die Gelaende und muss vor dem Betreten von security (also von uns!) durchsucht werden.
Hier mal eine kurze Erlaeuterung dazu, welche Wettkaempfe wo stattfinden werden. In Vancouver selbst werden eigentlich nur die Eissportarten ausgetragen, angefangen von Eishockey (Canada Hockey Place), Curling (Vancouver Olympic Centre), Eisschnellauf (Richmond Olympic Oval), Shorttrack und Eiskunstlauf (beide im Pacific Coloseum) und ein paar Kilometer noerdlich auf Cypress Mountain Snowboard und Freestyle Ski. Im knapp 120 Kilometer entfernten Whistler findet auf 3 verschiedenen Gelaenden alles andere statt: Whistler Sliding Centre (Bob und Skeleton sowie Rennrodeln), Whistler Olympic Park (Biathlon, Langlauf, Nordische Kombination und Skispringen) und Whistler Creekside (Ski Alpin). BC Place im Herzen Vancouvers wird Austragsort fuer die Eroeffnungs- und Schlusszeremonie fuer Olympia sein, sowie alle Siegerehrungen in Vancouver und die Eroeffnungszeremonie fuer die Paralympischen Spiele. Die Schlusszeremonie findet dann in Whistler statt, ganz einfach weil ein Grossteil der Paralympischen Wettkaempfe in Whistler ausgetragen werden wird; in Vancouver selbst findet nur das Rollstuhl Curling (Vancouver Paralympic Centre) und Sledge Eishockey (UBC Thunderbird Arena) statt. Der Nachbar hostet Langlauf, Biathlon und nordische Kombination im Whistler Paralympic Park.
Wettermaessig wuenschen sich die Veranstalter wahrscheinlich den letzten Winter herbei, der in Vancouver ein Schneechaos ausloeste - leider auch ein Verkehrschaos, aber dieses wird dieses Jahr garantiert nicht durch zuviel Schnee verursacht werden. Wir haben naemlich ueberhaupt keinen Schnee in Vancouver! Die letzten Wochen war es auch viel zu warm (so gegen 7-12 Grad tagsueber) sodass der zahlreiche Regen den vorhandenen Schnee leider wegspuelte. Cypress Mountain hat ein grosses Schneeproblem und gluecklicherweise haben die Verantwortlichen dort schon vor Monaten begonnen, kuenstlichen Schnee zu produzieren und sicher zu lagern. Denn momentan ist es selbst dafuer zu warm. Man spricht nun davon, den zahlreich vorhandenen Schnee von den Nachbarbergen mit Hilfe von Helikoptern einzusammeln und auf der Wettkampfflaeche zu verteilen. Das wird ein teures Unterfangen, aber wenn es um Schnee und optimale Wettbewerbsvoraussetzungen geht, ist dem Veranstalter jedes Mittel recht! Ueber das Schneeproblem kann Whistler nur lachen, die haben mehr als reichlich und alle Wettkampfstaetten sind einsatzbereit.
Was das Interesse der Kanadier an olympischen Sportarten betrifft, so beschraenkt sich das auf die wenigen Sportarten, in denen sie sich Medaillen versprechen, ganz vorn natuerlich Eishockey (keine Goldmedaille waere eine Katastrophe!), Eisschnellauf und Ski Alpin. Biathlon interessiert ja hier mal keine Bohne und vom Langlauf hoert man auch niemanden sprechen.
Ich wuensche all unseren Athleten eine super tolle Zeit in Vancouver/Whistler, hoffe dass sich das harte Training auszahlen wird, dass sie trotz der Anspannung ein bisschen was vom Flair und der feierlichen Atmosphaere mitbekommen werden, ein wenig Zeit fuers Sightseeing haben und Deutschland zurueck auf Platz 1 des Medaillenspiegels bringen werden! Besonders freue ich mich darauf, dass Andre Lange wieder fit und siegessicher ist und wuensche ihm viel Glueck fuer die letzten Wettkaempfe seiner herausragenden Karriere; eine weitere Goldmedaille waere die Kroenung seiner erfolgreichen Laufbahn! Thueringen rocks!!!!
Hier noch ein kleines Video (eigentlich fuer Kinder, aber ganz suess), welches die 3 Maskottchen Miga, Quatchi und Sumi vorstellt.
Erstmal wurde sie ganz traditionell am 22. Oktober in Olympia, Griechenland entzuendet, nicht mit Hilfe eines Streichholzes, sondern durch reflektierende Sonnenstrahlen auf einer Metallplatte, bevor sie sich auf einen mehrtaegigen Ausflug durch Griechenland machte. Am 29. Oktober wurde sie dann in Athen an den Geschaeftsfuehrer von VANOC (das Organisationskommitee) uebergeben und in den Flieger verfrachtet. Am 30. Oktober erreichte die Fackel Victoria, Hauptstadt des austragenden Bundesstaates British Columbia auf Vancouver Island und in den darauffolgenden 106 Tagen wird die Fackel von mehr als 12.000 Auserwaehlten durch mehr als 1.000 kanadische Gemeinden mehr als 45.000 Kilometer durchs Land reisen bis sie schliesslich am 12. Februar in Vancouver eintreffen und den Beginn der 21. Olympischen Winterspiele einlaeuten wird.
Noch 18 Tage und man sieht, dass da was Grosses auf uns zukommt! Die Vorbereitungen waren ja schon seit langem im Gange, aber so langsam intensiviert sich das bunte Treiben. Absperrungen werden taeglich neue hochgezogen, bestehende werden enger gezogen und bereits jetzt sind bestimmte Strassen nicht mehr befahrbar. Im Olympischen Dorf arbeitet man wie fleissige Bienchen rund um die Uhr, um letzte Handgriffe anzulegen und den Athleten ein gemuetliches Zuhause zu bieten. Durch VANOC hatte ich die Gelegenheit, an einer Tour durchs Athletendorf teilzunehmen und mir verschlug es die Sprache. Die Apartments sind luxus pur und die Aussicht auf downtown Vancouver atemberaubend. Das Dorf wurde extra fuer den Anlass gebaut und so ist alles auf dem neuesten Stand; die Poliklinik wird moderner ausgestattet sein als manches Kleinstadt Krankenhaus. Am 29. Januar erwartet man die ersten Offiziellen in den Doerfern (es gibt jeweils eins in Vancouver und eins in Whistler) und am 4. Februar werden dann beide Olympischen Doerfer ganz offiziell ihre Bewohner willkommen heissen. Das Hauptmedienzentrum laeuft sogar schon seit 12. Januar, wenn auch noch nicht auf voller Kapazitaet. Die meisten Journalisten werden wohl ein paar Tage vor der Eroeffnungszeremonie auf der Bildflaeche erscheinen.
Freitag der 22. Januar war der offizielle Start der Cultural Olympiad 2010; einer 2 monatigen Dauerveranstaltung in Sachen Musik, Tanz, Kunst und allem anderen, was in den Bereich Kultur faellt. Dazu zaehlen taegliche Live-Events waehrend der Olympischen Spiele, zu denen sich zahlreiche namenhafte Kuenstler angemeldet haben.
Momentan bekomme ich von dem ganzen Trubel nicht besonders viel mit, da bei VANOC verstaendlicherweise auf Hochtouren gearbeitet wird; fuer mich bedeutet das eine 50 Stunden Woche und manchmal 12 Stunden Arbeitstage! Wir befinden uns im Endspurt und wir im Recruitment fuellen die letzten noch verbliebenen Stellen mit Freiwilligen. Das stellt sich als leichter heraus, als ich vorher befuerchtet hatte, gibt es doch sehr viele Leute, denen einfache Jobs nicht gut genug sind und die nur dann aushelfen wollen, wenn es sich um hochangesehene Taetigkeiten handelt. In der Zwischenzeit duerften auch diese Traeumer realisiert haben, dass ihre Chancen nicht mehr besonders gut stehen, ueberhaupt bei Olympia dabeizusein, deswegen heisst es hop oder top; nimm den Job den ich Dir anbiete oder geh leer aus! Diese Woche ist wahrscheinlich meine letzte, da mich Adecco nur bis Januar weitervermittelt hat und da ich auch hoffentlich bald mit meinem security job anfange. Zu welchem Veranstaltungsort es mich verschlagen wird und wann ich zu arbeiten beginne, ist mir bisher noch nicht mitgeteilt worden, aber es kann sich nur noch um Tage handeln. Alle Veranstaltungsstaetten werden nun nach und nach von Militaer, Polizei und Security hermetisch abgeriegelt und man kommt nur noch mit Zugangsberechtigung auf die Gelaende und muss vor dem Betreten von security (also von uns!) durchsucht werden.
Hier mal eine kurze Erlaeuterung dazu, welche Wettkaempfe wo stattfinden werden. In Vancouver selbst werden eigentlich nur die Eissportarten ausgetragen, angefangen von Eishockey (Canada Hockey Place), Curling (Vancouver Olympic Centre), Eisschnellauf (Richmond Olympic Oval), Shorttrack und Eiskunstlauf (beide im Pacific Coloseum) und ein paar Kilometer noerdlich auf Cypress Mountain Snowboard und Freestyle Ski. Im knapp 120 Kilometer entfernten Whistler findet auf 3 verschiedenen Gelaenden alles andere statt: Whistler Sliding Centre (Bob und Skeleton sowie Rennrodeln), Whistler Olympic Park (Biathlon, Langlauf, Nordische Kombination und Skispringen) und Whistler Creekside (Ski Alpin). BC Place im Herzen Vancouvers wird Austragsort fuer die Eroeffnungs- und Schlusszeremonie fuer Olympia sein, sowie alle Siegerehrungen in Vancouver und die Eroeffnungszeremonie fuer die Paralympischen Spiele. Die Schlusszeremonie findet dann in Whistler statt, ganz einfach weil ein Grossteil der Paralympischen Wettkaempfe in Whistler ausgetragen werden wird; in Vancouver selbst findet nur das Rollstuhl Curling (Vancouver Paralympic Centre) und Sledge Eishockey (UBC Thunderbird Arena) statt. Der Nachbar hostet Langlauf, Biathlon und nordische Kombination im Whistler Paralympic Park.
Wettermaessig wuenschen sich die Veranstalter wahrscheinlich den letzten Winter herbei, der in Vancouver ein Schneechaos ausloeste - leider auch ein Verkehrschaos, aber dieses wird dieses Jahr garantiert nicht durch zuviel Schnee verursacht werden. Wir haben naemlich ueberhaupt keinen Schnee in Vancouver! Die letzten Wochen war es auch viel zu warm (so gegen 7-12 Grad tagsueber) sodass der zahlreiche Regen den vorhandenen Schnee leider wegspuelte. Cypress Mountain hat ein grosses Schneeproblem und gluecklicherweise haben die Verantwortlichen dort schon vor Monaten begonnen, kuenstlichen Schnee zu produzieren und sicher zu lagern. Denn momentan ist es selbst dafuer zu warm. Man spricht nun davon, den zahlreich vorhandenen Schnee von den Nachbarbergen mit Hilfe von Helikoptern einzusammeln und auf der Wettkampfflaeche zu verteilen. Das wird ein teures Unterfangen, aber wenn es um Schnee und optimale Wettbewerbsvoraussetzungen geht, ist dem Veranstalter jedes Mittel recht! Ueber das Schneeproblem kann Whistler nur lachen, die haben mehr als reichlich und alle Wettkampfstaetten sind einsatzbereit.
Was das Interesse der Kanadier an olympischen Sportarten betrifft, so beschraenkt sich das auf die wenigen Sportarten, in denen sie sich Medaillen versprechen, ganz vorn natuerlich Eishockey (keine Goldmedaille waere eine Katastrophe!), Eisschnellauf und Ski Alpin. Biathlon interessiert ja hier mal keine Bohne und vom Langlauf hoert man auch niemanden sprechen.
Ich wuensche all unseren Athleten eine super tolle Zeit in Vancouver/Whistler, hoffe dass sich das harte Training auszahlen wird, dass sie trotz der Anspannung ein bisschen was vom Flair und der feierlichen Atmosphaere mitbekommen werden, ein wenig Zeit fuers Sightseeing haben und Deutschland zurueck auf Platz 1 des Medaillenspiegels bringen werden! Besonders freue ich mich darauf, dass Andre Lange wieder fit und siegessicher ist und wuensche ihm viel Glueck fuer die letzten Wettkaempfe seiner herausragenden Karriere; eine weitere Goldmedaille waere die Kroenung seiner erfolgreichen Laufbahn! Thueringen rocks!!!!
Hier noch ein kleines Video (eigentlich fuer Kinder, aber ganz suess), welches die 3 Maskottchen Miga, Quatchi und Sumi vorstellt.
Tuesday, January 12, 2010
was tut man, wenn es nichts zu tun gibt? Fotos schiessen!
So, diesen Beitrag fuers letzte Jahr moechte ich noch nachreichen. Zwischen Weihnachten und Silvester hatte ich recht viele freie Tage und da ich mit dem Wetter meist Glueck hatte, nutzte ich die Gelegenheit, packte mich ordentlich ein und begab mich meist abends mit dem Grossteil meines Kamera Equipments auf Fotosafari.Vancouver hat leider in Sachen Weihnachten nicht viel zu bieten, zumindest nicht, wenn man es mit europaeischem Auge betrachtet. Ein Weihnachtsmarkt waere mal wieder was schoenes gewesen, aber sowas kennt man eben nur zu Hause. Was es hier zu Weihnachten gibt und die Leute total aus dem Haeuschen bringt, sind Lichterketten, Hunderte von geschmackslos geschmueckte Weihnachtsbaeume und die bekannten gingerbread houses (Lebkuchenhaeuser). Um Anschluss an
Fotobegeisterte zu finden, schloss ich mich einer Fotogruppe bei ihrem Sonntagsspaziergang durch das weihnachtliche Vancouver an und war masslos enttaeuscht, liefen wir doch lediglich von einem Hotel zum anderen, um uns oben erwaehnte schlecht geschmueckte Baeume und Lebkuchenhaeuser anzuschauen. Dort kam ich mir freilich fehl am Platz vor, war ich doch eine der wenigen, die dort keine Fotos schoss. An dem ganzen Nachmittag habe ich vielleicht 10, maximal 20 Fotos geschossen und wer mich kennt, weiss, dass das NICHTS fuer meine Verhaeltnisse ist!Was hier besonders beliebt ist, sind die zahlreichen Lichterketten, die wirklich alles schmuecken, von Baeumen angefangen, bis zu Turmspitzen, Brunnen, Haeuser natuerlich, Bruecken und alles was sich nicht wehren kann oder nahe genug an einem Stromverteiler gelegen ist. Wie man es aus amerikanischen Filmen kennt, sind die Wohnsiedlungen alle liebevoll geschmueckt, wobei sich einige Bewohner wohl eher im Krieg mit ihren Nachbarn befinden und jeder versucht, den anderen entweder mit der Anzahl seiner Lichterketten oder
mit ausgefallenen Motiven zu uebertreffen. Die werden sich freuen, wenn sie ihre Stromrechnung kriegen, wird jetzt der ein oder andere denken. Ja die werden sich wirklich freuen, denn Strom ist hier total guenstig. Ich hab die Rechnung unserer Wohnung fuer den Monat Dezember gesehen und wir zahlen gerade mal 10 Dollar! Und das, wo zwei Laptops ununterbrochen am Strom haengen, der Fernseher auf Standby laeuft und vieles andere auch.Ingesamt machte ich drei Abstecher zu verschiedenen Lichterketten - Schauplaetzen und zwar zu Bright Nights in Stanley Park, Canyon Lights bei der Capilano Suspension Bridge und Festival of Lights in den Van Dusen Botanical Gardens. Zahlreiche Nachtfotos gibts bei Picasa zu sehen, einfach auf den Titel dieses Beitrags klicken. Fuer diese Fotos habe ich mir viele Naechte um die Ohren geschlagen und stundenlang draussen gefroren, aber meiner Meinung nach war es das Wert!

Am Neujahrestag gab es dann noch ein kleines Highlight hier in Vancouver, und zwar das Neujehresschwimmen, auch als Eisbaerenschwimmen bezeichnet. Naja, ganz so kalt war es dann nicht, aber es regnete aus Kannen. Nicht, dass dies die Schwimmer im Wasser gestoert haette - aber als Zuschauer fand ich das nicht so witzig, denn nach 20 Minuten draussen war ich von oben bis unten durchnaesst und begab mich schnurstracks wieder nach Hause, um mich zu trocknen. Die Anzahl der Teilnehmer ueberraschte mich positiv, hatte ich doch mit einigen wenigen Verrueckten gerechnet, die sich bei diesen Temperaturen ins Nasse stuerzen wuerden. Ne denkste, es muessen hunderte gewesen sein! Und weil mir das ja sonst keiner glaubt, gibts davon auch ein Foto!
Stimmung zum Ueberkochen im Eisstadium
Jedes Land hat ja so seine Eigenheiten und das gilt in vielerlei Hinsicht. In Sachen Sport ist und bleibt in Deutschland der Fussball Volkssport Nummer 1, in Neuseeland und Australien neben dem Rugby das mir voellig unverstaendliche Cricket und in Kanada schlaegt das Herz der Nation fuers Eishockey. Hockey ist den Leuten hier so wichtig, dass sie sich bei Olympia mit einer einzigen Goldmedaille zufrieden geben wuerden, solange es die Medaille fuers Hockey ist (idealerweise gegen die USA). Klar, dass ich mir bei all dem Rubel ums Hockey unbedingt mal ein Spiel ansehen wollte und so geschah es, dass ich mich am Montag, dem 11. Januar nach der Arbeit mit meiner Arbeitskollegin Catherine auf den Weg ins Stadium "General Motors Place" befand. Vorher gabs noch schnell nen Happen zu Essen und da man Sushi schlecht im Stehen isst, nutzten wir die einzige Sitzgelegenheit, die sich uns ergab: im Foyer eines Wohnhauses nahe dem Stadium, in welches wir uns viel zu einfach Zutritt verschafften, indem wir einer Bewohnerin durch die Tuer folgten.
Irgendwie waren wir viel zu frueh und sahen zu, wie sich das Stadium langsam fuellte. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn kamen alle Spieler aufs Eis, um sich Warmzulaufen und -zuschiessen, zu stretchen und das Eis zu testen. Danach verschwanden sie wieder, damit das Eis gerichtet werden konnte und bevor es losging, wurden die Nationalhymnen gesungen (das Spiel war gegen die Nashville Predators aus den USA; also die amerikanische und die kanadische Hymne), was ich schon sehr merkwuerdig fand, weil es sich um ein einfaches Spiel der NHL (National Hockey League) handelte und nicht um ein Spiel der Nationalmannschaften. Aber naja, wir befinden uns in Nordamerika, da sind die Dinge nun mal etwas anders.
Als das Spiel losging, bereute ich, mich nicht wenigstens ein bisschen schlau gelesen zu haben, denn ich hatte keine Ahnung, was da eigentlich passierte. Klar, die eine Mannschaft versucht den Puck ins Tor der anderen Mannschaft zu befoerdern, aber alles andere war mir schleierhaft. Gibt es in Hockey ein Abseits? Keine Ahnung! Warum werden da staendig im fliegenden Wechsel Spieler ausgetauscht und das manchmal nur fuer einen Angriff, um dann wieder Platz auf der Bank zu nehmen? Warum wird in unregelmaessigen Abstaenden das Eis gerichtet und das teilweise kurz vor der offiziellen Pause, wenn die Eisdecke bestimmt noch fuer die naechsten 5 Minuten Spielzeit gut gewesen waere? Fragen ueber Fragen. Fuers naechste Spiel, werde ich vorbereitet sein!
Die Stimmung war genial, auch wenn das Spiel nicht ausverkauft war. Die gemeinschaftlichen Oooohs und Uhhhhhs bei Patzern und fast-Treffern waren genauso synchron wie die Buhrufe bei Toren der Amis und das Ausbuhen der Schiedsrichter, die einige Canucks Spieler (so heisst das Team der Lokalhelden uebrigens) wegen Fehlverhalten auf die Strafbank schickten und damit angeblich den Spielausgang negativ beeinflusst haben. Naja, Schuldzuweisungen gibt es hinterher ja immer zahlreich. Gemeinschaftliche 'Go Canucks Go' sowies 'Ref you suck' (diese Kritik an der Schiedsrichterleistung moechte ich lieber gar nicht erst uebersetzen) waren lautstaerkemaessig nur noch durch das Gebruell bei den zwei Toren der Canucks zu uebertreffen - eine Lautstaerke und gemeinschaftliche Gluecksgefuehle in diesen Ausmasen habe ich bisher noch nicht erlebt und es lief mir ein Schauer ueber den Ruecken!
Gespielt werden 3x20 Minuten mit jeweils 15 Minuten Pause dazwischen, die mit allerhand Entertainment und Eispflege gefuellt werden. Ausserdem erhalten auch die Kleinen der Kleinsten eine Chance und so spielten zwei Teams von jeweils 5 oder 6 jaehrigen fuer einige Minuten gegeneinander und sorgten fuer viel Gelaechter und Anerkennung.
Wie bereits angedeutet, die Canucks verloren leider 2:3 gegen die Nashville Predators und obwohl sie einen sehr faehigen Tormann haben, muessen sie unbedingt was im Sturm machen (so heissen die Positionen im Hockey wahrscheinlich gar nicht; ich klaue die Bezeichnungen einfach mal vom Fussball), um an ihrer schlechten Chancenverwertung zu arbeiten. Denn so meine Lieben, gewinnt man keine Goldmedaille!
Eure Aushilfs-Hockey-Trainerin Katja
Irgendwie waren wir viel zu frueh und sahen zu, wie sich das Stadium langsam fuellte. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn kamen alle Spieler aufs Eis, um sich Warmzulaufen und -zuschiessen, zu stretchen und das Eis zu testen. Danach verschwanden sie wieder, damit das Eis gerichtet werden konnte und bevor es losging, wurden die Nationalhymnen gesungen (das Spiel war gegen die Nashville Predators aus den USA; also die amerikanische und die kanadische Hymne), was ich schon sehr merkwuerdig fand, weil es sich um ein einfaches Spiel der NHL (National Hockey League) handelte und nicht um ein Spiel der Nationalmannschaften. Aber naja, wir befinden uns in Nordamerika, da sind die Dinge nun mal etwas anders.
Als das Spiel losging, bereute ich, mich nicht wenigstens ein bisschen schlau gelesen zu haben, denn ich hatte keine Ahnung, was da eigentlich passierte. Klar, die eine Mannschaft versucht den Puck ins Tor der anderen Mannschaft zu befoerdern, aber alles andere war mir schleierhaft. Gibt es in Hockey ein Abseits? Keine Ahnung! Warum werden da staendig im fliegenden Wechsel Spieler ausgetauscht und das manchmal nur fuer einen Angriff, um dann wieder Platz auf der Bank zu nehmen? Warum wird in unregelmaessigen Abstaenden das Eis gerichtet und das teilweise kurz vor der offiziellen Pause, wenn die Eisdecke bestimmt noch fuer die naechsten 5 Minuten Spielzeit gut gewesen waere? Fragen ueber Fragen. Fuers naechste Spiel, werde ich vorbereitet sein!
Die Stimmung war genial, auch wenn das Spiel nicht ausverkauft war. Die gemeinschaftlichen Oooohs und Uhhhhhs bei Patzern und fast-Treffern waren genauso synchron wie die Buhrufe bei Toren der Amis und das Ausbuhen der Schiedsrichter, die einige Canucks Spieler (so heisst das Team der Lokalhelden uebrigens) wegen Fehlverhalten auf die Strafbank schickten und damit angeblich den Spielausgang negativ beeinflusst haben. Naja, Schuldzuweisungen gibt es hinterher ja immer zahlreich. Gemeinschaftliche 'Go Canucks Go' sowies 'Ref you suck' (diese Kritik an der Schiedsrichterleistung moechte ich lieber gar nicht erst uebersetzen) waren lautstaerkemaessig nur noch durch das Gebruell bei den zwei Toren der Canucks zu uebertreffen - eine Lautstaerke und gemeinschaftliche Gluecksgefuehle in diesen Ausmasen habe ich bisher noch nicht erlebt und es lief mir ein Schauer ueber den Ruecken!
Gespielt werden 3x20 Minuten mit jeweils 15 Minuten Pause dazwischen, die mit allerhand Entertainment und Eispflege gefuellt werden. Ausserdem erhalten auch die Kleinen der Kleinsten eine Chance und so spielten zwei Teams von jeweils 5 oder 6 jaehrigen fuer einige Minuten gegeneinander und sorgten fuer viel Gelaechter und Anerkennung.
Wie bereits angedeutet, die Canucks verloren leider 2:3 gegen die Nashville Predators und obwohl sie einen sehr faehigen Tormann haben, muessen sie unbedingt was im Sturm machen (so heissen die Positionen im Hockey wahrscheinlich gar nicht; ich klaue die Bezeichnungen einfach mal vom Fussball), um an ihrer schlechten Chancenverwertung zu arbeiten. Denn so meine Lieben, gewinnt man keine Goldmedaille!
Eure Aushilfs-Hockey-Trainerin Katja
Subscribe to:
Posts (Atom)