Diesmal in Japan. Und zwar recht heftig. Mit einer Staerke von 8.4-8.9 (die Medien widersprechen sich da momentan noch) ist dies das heftigste Beben (im erdbebengeplagten Japan), seit 140 Jahren, als man mit den Aufzeichnungen began und man stuft das Beben als das siebte Staerkste der Welt ein. Selbst die Nachbeben sind heftig und staerker als unser Erdbeben hier in Christchurch und wenn man sich die Bilder im TV anschaut, sieht man die Kameras wackeln. Eine riesige Tsunami Welle hat nicht nur japanische Kuestengebiete ueberschwemmt und alles mitgerissen, was sich ihr in den Weg stellte, sondern bewegt sich durch den Pazifik. Die Experten behalten die Welle momentan im Auge, da sie Suedamerika, Taiwan, die Philippins, Papa New Guinea, Hawaii, viele pazifische Inseln, Australien und auch Neuseeland treffen wird; in welcher Staerke ist momentan noch unklar. Eine Tsunami Warnung fuer Australien und Neuseeland wurde allerdings noch nicht ausgesprochen, weil die Welle noch zu weit entfernt ist und noch nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, wann sie bei uns eintreffen wird und mit welcher Staerke sie uns treffen wird. Das Tsunami Centre in Wellington raet den Leuten in Neuseeland, sich von Straenden fernzuhalten und sagt voraus, dass sie hoechstwahrscheinlich nur den noerdlichen Teil der Nordinsel erreichen wird.
Japan hat Neuseeland im kuerzlichen Erdbeben in Christchurch massiv unter die Arme gegriffen und ihr erfahrenes Bergungsteam nach Neuseeland entsand, um bei der Bergung der Verschuetteten zu helfen. So weit ich weiss, ist das Team noch immer in Christchurch und wird wohl leider in naher Zukunft keine Verschnaufpause bekommen. Wie man mit solch einer Anreihung von psychischem Stress umgehen kann, entgeht meiner Vorstellungskraft und ich habe hoechsten Respekt vor diesen Leuten!
Eine Auswirkung des Erdbebens in Christchurch ist uebrigens, dass der Tourismus gerade auf der Suedinsel stark eingebrochen ist. Besucher aus dem asiatischen Raum machen aufgrund der relativen Naehe einen Grossteil der Touristen in Neuseeland aus und diese Leute haben sich von dem Erdbeben leider verschrecken lassen. Die japanische Regierung hatte ihren Einwohnern sogar von Reisen nach Neuseeland abgeraten, weil es hier nicht sicher sei. Und nun ein Beben direkt vor ihrer Haustuer. Das zeigt deutlich, dass man nirgendwo sicher ist und es nichts bringt, sich zu Hause einzuschliessen. Manche Dinge kann man einfach nicht beeinflussen und muss sie nehmen wie sie kommen.
Friday, March 11, 2011
Monday, February 21, 2011
schweres Erdbeben in Christchurch
Seit meiner Rueckkehr nach Milford heute Mittag verfolge ich geschockt und in Trauer die Berichterstattung aus Christchurch, welches heute Mittag um 12.51 von einem 6.3 Erdbeben heimgesucht und in Teilen fast vollstaendig zestoert wurde. Was mir momentan durch den Kopf geht, kann ich gar nicht in Worte fassen, schon gar nicht, weil ich Freunde in Christchurch habe, von denen ich momentan nicht weiss, wie es ihnen und ihren Familien geht.
Obwohl dieses Erdbeben schwaecher war als das letzte Grosse im September 2010 (7.1), richtete es doch viel mehr Schaden und Zerstoerung an und hat die Christchurcher Einwohner tief in ihrer Moral getroffen. Das Erdbeben war nicht so tief war das letzte (diesmal nur 5km, damals 33km) und das ist der Hauptgrund fuer dessen Zerstoerungskraft. Ausserdem passierte es im letzten Jahr in der Nacht, wodurch nicht sehr viele Leute auf den Strassen unterwegs waren, diesmal aber zur Mittagszeit, zu der nicht nur zahlreiche Werktaetige, sondern auch viele Touristen in der Stadt unterwegs waren. Ausserdem haben beim letzten Erdbeben viele Gebaeude Schaeden davongetragen, die ihnen diesmal zum Verhaengnis geworden sind und so sind viele Gebaeude einfach wie Kartenhaeuser zusammengestuerzt und haben Menschen unter ihrem Geroell begraben. Diesmal gibt es auf alle Faelle Tote, aber keiner kann und moechte diese zu diesem Zeitpunkt beziffern. Im Fernsehen laufen seit Stunden uneditierte Livebilder aus der Stadt mit Rettungsaktionen in allen Teilen der Stadt. Am schlimmsten betroffen ist der Stadtkern sowie die Vororte Brighton und Lyttelton, die als 'unlivable' bezeichnet wurden, was soviel heisst wie komplett zerstoert.
Nach dem letzten Erdbeben waren die Einwohner Christchurchs stolz und erleichtert darueber, dass eines ihrer Wahrzeichen, die Christchurch Kathedrale, ohne Schaeden mit einem Schrecken davon gekommen war und das gab vielen den benoetigten Aufwind und die Kraft, zum Weitermachen. Diesmal sieht das leider anders aus. Die Kathedrale hat einen ihrer Aussichtsturme verloren und es ist gut moeglich, dass sich Touristen zum Zeitpunkt des Bebens auf dem Turm befunden haben und nun unter dem Geroell verschuettet sind.
Auch die Nachbeben haben es in sich und belaufen sich noch immer im Bereich von 3-6 auf der Richterskala, was Rettungsaktionen extrem gefaehrlich macht, da Haeuser sowieso schon einsturzgefaehrdet sind und bei weiteren Beben nachgeben koennten.
Die Infrarstruktur Christchurchs und des Umlandes ist komplett ausgeschoepft; es stehen keine Ambulanzfahrzeuge mehr zur Verfuegung und Polizei- sowie Privatfahrzeuge transportieren die Verletzten zu den Krankenhaeusern und medizinischen Versorgungszentren. Das Telefonnetz ist ueberlastet und man bittet darum, keine unnoetigen Anrufe zu taetigen und nur Textnachrichten zu senden. Christchurch Mitte ist abgesperrt und Leute wurden aufgefordert, diesen Stadtteil zu verlassen, um Platz fuer die Rettungskraefte zu machen. Das Notrufsystem 111 ist im kompletten Southland ausgefallen (alles suedlich von Christchurch, das betrifft auch Te Anau), weil die Kapazitaeten nicht ausreichen und man muss bei Notfaellen die oertlichen Polizeidienststellen anrufen. Alle Krankenhaeuser im Land und vorallem auf der Suedinsel schaffen Platz fuer die vielen Verletzten und senden alle nichtserioesen Faelle nach Hause. Die Gasversorgung der Stadt wurde abgedreht, um das Entstehen von Feuern zu vermeiden; etwas was man beim letzten Erdbeben gelernt hat.
Die meisten von uns sind in der gluecklichen Lage, die Bilder von schweren Erdbeben nur vom Fernsehen zu kennen; man sieht sie, schuettelt mit dem Kopf, empfindet Mitleid mit den Betroffenen und das eigene Leben geht weiter. Fuer mich sieht das gerade anders aus. Es passiert im eigenen Land, man will helfen kann aber nicht, und die Bilder scheinen aus einem Kriegsgebiet zu stammen. Es wird immer wieder erwaehnt, dass mit der Beschaedigung der Kathedrale das Herz Christchurchs zerstoert und herausgerissen wurde und dies wird den Einwohnern der Stadt noch lange zu schaffen machen.
P.S.: Inzwischen wurde bestaetigt, dass 65 Menschen ihr Leben gelassen haben. Leider wird wohl diese Zahl noch im Laufe der Nacht und naechsten Tage auf Grund der vielen Verschuetteten ansteigen.
Ach so, und das hab ich ganz vergessen zu erwaehnen, mir gehts gut, uns in Milford hat das ganze nicht betroffen, obwohl das Beben wohl angeblich sogar bis in Wellington, Dunedin und Queenstown zu spueren war.
Obwohl dieses Erdbeben schwaecher war als das letzte Grosse im September 2010 (7.1), richtete es doch viel mehr Schaden und Zerstoerung an und hat die Christchurcher Einwohner tief in ihrer Moral getroffen. Das Erdbeben war nicht so tief war das letzte (diesmal nur 5km, damals 33km) und das ist der Hauptgrund fuer dessen Zerstoerungskraft. Ausserdem passierte es im letzten Jahr in der Nacht, wodurch nicht sehr viele Leute auf den Strassen unterwegs waren, diesmal aber zur Mittagszeit, zu der nicht nur zahlreiche Werktaetige, sondern auch viele Touristen in der Stadt unterwegs waren. Ausserdem haben beim letzten Erdbeben viele Gebaeude Schaeden davongetragen, die ihnen diesmal zum Verhaengnis geworden sind und so sind viele Gebaeude einfach wie Kartenhaeuser zusammengestuerzt und haben Menschen unter ihrem Geroell begraben. Diesmal gibt es auf alle Faelle Tote, aber keiner kann und moechte diese zu diesem Zeitpunkt beziffern. Im Fernsehen laufen seit Stunden uneditierte Livebilder aus der Stadt mit Rettungsaktionen in allen Teilen der Stadt. Am schlimmsten betroffen ist der Stadtkern sowie die Vororte Brighton und Lyttelton, die als 'unlivable' bezeichnet wurden, was soviel heisst wie komplett zerstoert.
Nach dem letzten Erdbeben waren die Einwohner Christchurchs stolz und erleichtert darueber, dass eines ihrer Wahrzeichen, die Christchurch Kathedrale, ohne Schaeden mit einem Schrecken davon gekommen war und das gab vielen den benoetigten Aufwind und die Kraft, zum Weitermachen. Diesmal sieht das leider anders aus. Die Kathedrale hat einen ihrer Aussichtsturme verloren und es ist gut moeglich, dass sich Touristen zum Zeitpunkt des Bebens auf dem Turm befunden haben und nun unter dem Geroell verschuettet sind.
Auch die Nachbeben haben es in sich und belaufen sich noch immer im Bereich von 3-6 auf der Richterskala, was Rettungsaktionen extrem gefaehrlich macht, da Haeuser sowieso schon einsturzgefaehrdet sind und bei weiteren Beben nachgeben koennten.
Die Infrarstruktur Christchurchs und des Umlandes ist komplett ausgeschoepft; es stehen keine Ambulanzfahrzeuge mehr zur Verfuegung und Polizei- sowie Privatfahrzeuge transportieren die Verletzten zu den Krankenhaeusern und medizinischen Versorgungszentren. Das Telefonnetz ist ueberlastet und man bittet darum, keine unnoetigen Anrufe zu taetigen und nur Textnachrichten zu senden. Christchurch Mitte ist abgesperrt und Leute wurden aufgefordert, diesen Stadtteil zu verlassen, um Platz fuer die Rettungskraefte zu machen. Das Notrufsystem 111 ist im kompletten Southland ausgefallen (alles suedlich von Christchurch, das betrifft auch Te Anau), weil die Kapazitaeten nicht ausreichen und man muss bei Notfaellen die oertlichen Polizeidienststellen anrufen. Alle Krankenhaeuser im Land und vorallem auf der Suedinsel schaffen Platz fuer die vielen Verletzten und senden alle nichtserioesen Faelle nach Hause. Die Gasversorgung der Stadt wurde abgedreht, um das Entstehen von Feuern zu vermeiden; etwas was man beim letzten Erdbeben gelernt hat.
Die meisten von uns sind in der gluecklichen Lage, die Bilder von schweren Erdbeben nur vom Fernsehen zu kennen; man sieht sie, schuettelt mit dem Kopf, empfindet Mitleid mit den Betroffenen und das eigene Leben geht weiter. Fuer mich sieht das gerade anders aus. Es passiert im eigenen Land, man will helfen kann aber nicht, und die Bilder scheinen aus einem Kriegsgebiet zu stammen. Es wird immer wieder erwaehnt, dass mit der Beschaedigung der Kathedrale das Herz Christchurchs zerstoert und herausgerissen wurde und dies wird den Einwohnern der Stadt noch lange zu schaffen machen.
P.S.: Inzwischen wurde bestaetigt, dass 65 Menschen ihr Leben gelassen haben. Leider wird wohl diese Zahl noch im Laufe der Nacht und naechsten Tage auf Grund der vielen Verschuetteten ansteigen.
Ach so, und das hab ich ganz vergessen zu erwaehnen, mir gehts gut, uns in Milford hat das ganze nicht betroffen, obwohl das Beben wohl angeblich sogar bis in Wellington, Dunedin und Queenstown zu spueren war.
Saturday, February 19, 2011
auf der Suche nach Sonnenschein
Waehrend ich diesen Artikel schreibe, sitze ich im YHA in Wanaka und lasse die letzten Tage Revue passieren. Milford wurde ausnahmsweise mal fuer mehrere Tage mit hervorragendem Wetter gesegnet und so nutzte ich die Gelegenheit fuer Spaziergaenge nach der Arbeit. Normalerweise beschraenkt sich das leider aufgrund fehlender Transportmoeglichkeiten auf Spaziergaenge entlang d
er Milford Road - hoch zur Tutoko Bruecke und wieder zurueck. Letzten Donnerstag jedoch hatte ich das Angebot bekommen, nach der Arbeit mit einem Arbeitskollegen zur Divide zu fahren, und von dort Key Summit zu laufen. Das konnte ich nicht ausschlagen. Wir liesen uns Zeit, schliesslich kann man nach einem anstrengenden Tag nicht mal so eben einen Berg im Eiltempo besteigen. Das Licht war aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit nicht optimal, aber man muss sich halt mit den Gegebenheiten zufrieden geben. Fuer das perfekte Foto muss ich halt noch ein drittes Mal zurueckkommen. Fuer jeden, der in der Gegend ist, keine Zeit fuer eine Mehrtageswanderung hat und trotzdem Fiordland in all seiner Schoenheit erleben will, kann ich den Key Summit Walk nur empfehlen.
Freitag war arbeitstechnisch eine Katastrophe und einer meiner schlimmsten Tage bisher, aber ich will Euch nicht mit Einzelheiten langweilen. Nach der Arbeit konnte ich es kaum erwarten, aus Milford rauszukommen und haette mich auf einen kurzen und schmerzlosen Flug nach Queenstown gefreut, aber leider hatte sich das Wetter puenktlich zu meinen freien Tagen verschlechtert und es gingen keine Fluege. Das hies fuer mich, knappe 5 Stunden im Kiwi Experience Bus nach Queenstown, dem Bus mit all den supercoolen Teenies und fruehen Zwanzigern. Schlimmer kanns eigentlich nicht mehr kommen.
In Queenstown angekommen wollte ich eigentlich nur sofort in mein Bett aber ich wusste, dass das Wetter in den naechsten Tagen nicht besser werden wuerde und so begab ich mich nochmal fuer ein paar Nachtaufnahmen nach draussen.
Am Samstag holte ich dann mein gebuchtes Auto ab (diesmal mit Apex, letztes Mal war es ja Budget) und fuhr erstmal zum Einkaufen. Und danach lies ich mich einfach treiben. Beschissen war das Wetter ueberall und so machte es keinen grossen Unterschied, wo ich hinfahren wuerde. Zuerst gings nach Arrowtown, 12km von Queenstown entfernt und bummelte ein wenig durch die Strassen, fotografierte und nach einem leckeren Mittag gings weiter ueber die Crown Range nach Wanaka. Mit 1076m ist das kein leichter Anstieg, selbst im Auto nicht und mein armer Wolfgang (Subaru) hatte da vor vielen Jahren so seine Probleme. Um so erstaunter war ich, sich abrackernde Fahrradfahrer auf der Strasse zu entdecken. Warum man sich das antut ist mir unverstaendlich!
In Wanaka angekommen fing es leider wieder an zu regnen, und so lief ich zwar noch ein wenig durch die Strassen und betrachtete mir die Schaufenster, aber dann gings recht schnell wieder zurueck zum hostel. Spaeter traf ich mich noch mit zwei meiner Arbeitskollegen, die zufaelligerweise auch in der Stadt waren, zum dinner und jetzt bin ich wie gesagt dabei, diesen Artikel zu schreiben und meine Fotos der letzten Tage zu bearbeiten. Mal schauen, was das Wetter morgen so macht....
Der naechste Morgen praesentierte sich mit blauen Himmel und Sonnenschein und so machte mich daran,
einen Berg zu besteigen. Naja, nicht wirklich ein Berg, mehr ein Huegel mit einer Hoehe von gerade mal 240 Metern. Das klingt nicht viel, aber wenn man den Berg aehm Huegel besteigt, kommt man trotzdem ganz schoen ins Schnaufen. Ich schaffte das ganze trotz einiger Verschnauf – und Fotopausen in weniger als den angeschriebenen 45 Minuten und war stolz wie Oskar! Oben angekommen, sonnte ich mich ein wenig und als der Schweiss auf meiner Haut getrocknet und genuegend Fotos geschossen waren, machte ich mich wieder auf den Weg nach unten. Wanaka’s Puzzling World liegt nur ein Katzensprung vom Mt. Iron Parkplatz entfernt und so statte ich diesem verrueckten Establishment einen schnellen Besuch ab. Allerdings weniger dem riesigen Irrgarten oder den Sehenswuerdigkeiten in Puzzling World, sondern mehr den Toiletten. Das klingt jetzt sicher ein wenig komisch, aber wenn man sich die Bilder anschaut, versteht man schnell warum. Der Vorraum der Toilette wurde im antiken roemischen Stil bemalt und wer moechte kann auf den
provisorischen Plumsklos fuer ein Erinnerungsfoto Platz nehmen (man kann die Hosen dabei auch gern anlassen).
Danach gings zurueck ueber die Crown Range nach Queenstown und von dort nach Glenorchy. Und von dort aus dann noch mal ein paar Kilometer nach Kinloch, welches eigentlich nur auf der anderen Seite des Lake Wakatipu liegt, welches man aber recht umstaendlich durch Herumfahren erreichen kann (aehnlich wie Milford und Queenstown, die auch nur ein oder zwei Bergketten zwischen sich haben, aber mehrere Stunden Autofahrt voneinander entfernt liegen). Kinloch ist eigentlich nur ein einziges Gebaeude, die Kinloch Lodge, die aber strategisch gut gelegen ist. In der naeheren Umgebung befinden sich mehrere sehr beliebte Mehrtageswanderungen (Routeburn Track, Greenstone Track etc) und Kinloch Lodge bietet vielen Wanderern Unterkunft vor, nach oder auch zwischen zahlreichen Wanderungen. Beim Betreten meines Zimmers runzelte ich un
weigerlich mit der Stirn; das Zimmer war mit extra Decken, einem Heizkoerper und zwei Waermeflaschen ausgestattet und ich fragte mich, wie kalt es denn hier nachts wohl werden wuerde? Nach einem kleinen Erkundungsspaziergang und einem wohlverdienten Abendbrot machte ich es mir auf meinen Zimmer gemuetlich und begann, meine Fotos zu bearbeiten.
Montag erwachte ich zu grauem Himmel und Regen und ich versuchte meine Abreise so weit wie moeglich heraus zu zoegern. Ich war gerade dabei, mein Auto zu besteigen, als mich jemand fragte, ob ich ihn und seine Frau bis nach Glenorchy mitnehmen koennte. Klar, das war kein Problem und ich hatte auch jemanden zum erzaehlen! Von Glenorchy gings weiter nach Queenstown, wo ich noch letzte Eredigungen machte und ausserdem nochmal schnell nach Cardrona fuhr, um die Aussicht zu geniessen. Das war mehr als dumm, denn das Wetter war bescheiden in Queenstown und nicht besser oben auf dem Berg. Im Gegenteil, ich fuhr in eine Suppe hinein und sah gar nichts. Auf dem Weg nach unten, als ich bereits einige Hoehenmeter hinter mich gelassen hatte, oeffneten sich die Wolken ein wenig und man konnte die umliegenden Berge sehen. Zurueck in der Stadt checkte ich in meinem hostel ein und da es absolut keine Parkplaetze in der Naehe meines hostels gab und ich bei dem Wetter keine Lust mehr auf sightseeing hatte, gab ich mein Auto bei Apex (der Autovermietung) zurueck. Ich suchte nach einem Parkplatz fuer knappe 30 Minuten und konnte einfach nichts finden und dann ploetzlich fand ich einen direkt vorm Apex Buero. Den verregneten Abend verbrachte ich dann im Hostel online an meinem Computer, denn in Milford habe ich diesen Luxus nicht.
Dienstag dann war es wieder an der Zeit, nach Milford zurueck zu kehren und mein Bus fuhr 7 Uhr in der frueh los – da war frueh aufstehen angesagt. Gegen 1 Uhr Mittag waren wir endlich in Milford und ich war fix und fertig – muede, schlapp und ausserdem hatte ich gerade die schlechten Neuigkeiten vom Erdbeben in Christchurch erfahren. In Milford war das ganze nicht zu spueren, aber zum Beispiel in Queenstown und Wananka war es auf alle Faelle zu spueren.
er Milford Road - hoch zur Tutoko Bruecke und wieder zurueck. Letzten Donnerstag jedoch hatte ich das Angebot bekommen, nach der Arbeit mit einem Arbeitskollegen zur Divide zu fahren, und von dort Key Summit zu laufen. Das konnte ich nicht ausschlagen. Wir liesen uns Zeit, schliesslich kann man nach einem anstrengenden Tag nicht mal so eben einen Berg im Eiltempo besteigen. Das Licht war aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit nicht optimal, aber man muss sich halt mit den Gegebenheiten zufrieden geben. Fuer das perfekte Foto muss ich halt noch ein drittes Mal zurueckkommen. Fuer jeden, der in der Gegend ist, keine Zeit fuer eine Mehrtageswanderung hat und trotzdem Fiordland in all seiner Schoenheit erleben will, kann ich den Key Summit Walk nur empfehlen.Freitag war arbeitstechnisch eine Katastrophe und einer meiner schlimmsten Tage bisher, aber ich will Euch nicht mit Einzelheiten langweilen. Nach der Arbeit konnte ich es kaum erwarten, aus Milford rauszukommen und haette mich auf einen kurzen und schmerzlosen Flug nach Queenstown gefreut, aber leider hatte sich das Wetter puenktlich zu meinen freien Tagen verschlechtert und es gingen keine Fluege. Das hies fuer mich, knappe 5 Stunden im Kiwi Experience Bus nach Queenstown, dem Bus mit all den supercoolen Teenies und fruehen Zwanzigern. Schlimmer kanns eigentlich nicht mehr kommen.

In Queenstown angekommen wollte ich eigentlich nur sofort in mein Bett aber ich wusste, dass das Wetter in den naechsten Tagen nicht besser werden wuerde und so begab ich mich nochmal fuer ein paar Nachtaufnahmen nach draussen.
Am Samstag holte ich dann mein gebuchtes Auto ab (diesmal mit Apex, letztes Mal war es ja Budget) und fuhr erstmal zum Einkaufen. Und danach lies ich mich einfach treiben. Beschissen war das Wetter ueberall und so machte es keinen grossen Unterschied, wo ich hinfahren wuerde. Zuerst gings nach Arrowtown, 12km von Queenstown entfernt und bummelte ein wenig durch die Strassen, fotografierte und nach einem leckeren Mittag gings weiter ueber die Crown Range nach Wanaka. Mit 1076m ist das kein leichter Anstieg, selbst im Auto nicht und mein armer Wolfgang (Subaru) hatte da vor vielen Jahren so seine Probleme. Um so erstaunter war ich, sich abrackernde Fahrradfahrer auf der Strasse zu entdecken. Warum man sich das antut ist mir unverstaendlich!
In Wanaka angekommen fing es leider wieder an zu regnen, und so lief ich zwar noch ein wenig durch die Strassen und betrachtete mir die Schaufenster, aber dann gings recht schnell wieder zurueck zum hostel. Spaeter traf ich mich noch mit zwei meiner Arbeitskollegen, die zufaelligerweise auch in der Stadt waren, zum dinner und jetzt bin ich wie gesagt dabei, diesen Artikel zu schreiben und meine Fotos der letzten Tage zu bearbeiten. Mal schauen, was das Wetter morgen so macht....
Der naechste Morgen praesentierte sich mit blauen Himmel und Sonnenschein und so machte mich daran,
einen Berg zu besteigen. Naja, nicht wirklich ein Berg, mehr ein Huegel mit einer Hoehe von gerade mal 240 Metern. Das klingt nicht viel, aber wenn man den Berg aehm Huegel besteigt, kommt man trotzdem ganz schoen ins Schnaufen. Ich schaffte das ganze trotz einiger Verschnauf – und Fotopausen in weniger als den angeschriebenen 45 Minuten und war stolz wie Oskar! Oben angekommen, sonnte ich mich ein wenig und als der Schweiss auf meiner Haut getrocknet und genuegend Fotos geschossen waren, machte ich mich wieder auf den Weg nach unten. Wanaka’s Puzzling World liegt nur ein Katzensprung vom Mt. Iron Parkplatz entfernt und so statte ich diesem verrueckten Establishment einen schnellen Besuch ab. Allerdings weniger dem riesigen Irrgarten oder den Sehenswuerdigkeiten in Puzzling World, sondern mehr den Toiletten. Das klingt jetzt sicher ein wenig komisch, aber wenn man sich die Bilder anschaut, versteht man schnell warum. Der Vorraum der Toilette wurde im antiken roemischen Stil bemalt und wer moechte kann auf den
provisorischen Plumsklos fuer ein Erinnerungsfoto Platz nehmen (man kann die Hosen dabei auch gern anlassen).Danach gings zurueck ueber die Crown Range nach Queenstown und von dort nach Glenorchy. Und von dort aus dann noch mal ein paar Kilometer nach Kinloch, welches eigentlich nur auf der anderen Seite des Lake Wakatipu liegt, welches man aber recht umstaendlich durch Herumfahren erreichen kann (aehnlich wie Milford und Queenstown, die auch nur ein oder zwei Bergketten zwischen sich haben, aber mehrere Stunden Autofahrt voneinander entfernt liegen). Kinloch ist eigentlich nur ein einziges Gebaeude, die Kinloch Lodge, die aber strategisch gut gelegen ist. In der naeheren Umgebung befinden sich mehrere sehr beliebte Mehrtageswanderungen (Routeburn Track, Greenstone Track etc) und Kinloch Lodge bietet vielen Wanderern Unterkunft vor, nach oder auch zwischen zahlreichen Wanderungen. Beim Betreten meines Zimmers runzelte ich un
weigerlich mit der Stirn; das Zimmer war mit extra Decken, einem Heizkoerper und zwei Waermeflaschen ausgestattet und ich fragte mich, wie kalt es denn hier nachts wohl werden wuerde? Nach einem kleinen Erkundungsspaziergang und einem wohlverdienten Abendbrot machte ich es mir auf meinen Zimmer gemuetlich und begann, meine Fotos zu bearbeiten.Montag erwachte ich zu grauem Himmel und Regen und ich versuchte meine Abreise so weit wie moeglich heraus zu zoegern. Ich war gerade dabei, mein Auto zu besteigen, als mich jemand fragte, ob ich ihn und seine Frau bis nach Glenorchy mitnehmen koennte. Klar, das war kein Problem und ich hatte auch jemanden zum erzaehlen! Von Glenorchy gings weiter nach Queenstown, wo ich noch letzte Eredigungen machte und ausserdem nochmal schnell nach Cardrona fuhr, um die Aussicht zu geniessen. Das war mehr als dumm, denn das Wetter war bescheiden in Queenstown und nicht besser oben auf dem Berg. Im Gegenteil, ich fuhr in eine Suppe hinein und sah gar nichts. Auf dem Weg nach unten, als ich bereits einige Hoehenmeter hinter mich gelassen hatte, oeffneten sich die Wolken ein wenig und man konnte die umliegenden Berge sehen. Zurueck in der Stadt checkte ich in meinem hostel ein und da es absolut keine Parkplaetze in der Naehe meines hostels gab und ich bei dem Wetter keine Lust mehr auf sightseeing hatte, gab ich mein Auto bei Apex (der Autovermietung) zurueck. Ich suchte nach einem Parkplatz fuer knappe 30 Minuten und konnte einfach nichts finden und dann ploetzlich fand ich einen direkt vorm Apex Buero. Den verregneten Abend verbrachte ich dann im Hostel online an meinem Computer, denn in Milford habe ich diesen Luxus nicht.

Dienstag dann war es wieder an der Zeit, nach Milford zurueck zu kehren und mein Bus fuhr 7 Uhr in der frueh los – da war frueh aufstehen angesagt. Gegen 1 Uhr Mittag waren wir endlich in Milford und ich war fix und fertig – muede, schlapp und ausserdem hatte ich gerade die schlechten Neuigkeiten vom Erdbeben in Christchurch erfahren. In Milford war das ganze nicht zu spueren, aber zum Beispiel in Queenstown und Wananka war es auf alle Faelle zu spueren.
Tuesday, February 8, 2011
Wohnst Du noch oder lebst Du schon?
Okidoki, der ein oder andere fragt sich vielleicht, wie man so in Milford Sound lebt und da ich endlich mal meinen inneren Schweinehund ueberwunden und meinen Saustall aufgeraeumt habe, dachte ich mir, kann ich auch gleich noch Fotos machen, schliesslich weiss ich ja nie, wann ich das naechste Mal ein so vorbildliches Zimmer vorweisen kann.Wie Ihr sehen koennt, ist es nicht besonders gross, aber klein finde ich es auch nicht. Vor mir hat ein Paar in dem Zimmer gewohnt, ich kann mich also noch ganz gluecklich schaetzen, das Zimmer fuer mich alleine zu haben. Wie die Zwei das vorher mit all ihren Sachen gemeistert haben, ist mir ein Raetsel, denn besonders viel Stauraum oder Schraenke gibt es nicht. Aber ich weiss, ich hab sowieso viel zu viel Kram!
Aufgefallen sind Euch bestimmt die vielen Fotos an der Wand, die mein Zimmer schmuecken. Ich arbeite noch an diesem Gesamtkunstwerk - Ziel ist es, alle Waende komplett mit Fotos zu verdecken. Ein Problem sollte das eigentlich nicht darstellen, schliesslich habe ich genuegend Fotos zur Auswahl. Diese besagte Auswahl ist dann schon eher das Problem.... was laesst man ausdrucken? Ich bin ja schliesslich waehlerisch! Uebrigens habe ich verschiedene Themenecken, wie man auf den Fotos vielleicht nicht so gut erkennen kann. Ich habe eine Tierecke direkt neben der Tuer, dann kommt die Familienecke oder besser gesagt meine Henry Corner, aber der Rest der Familie ist da auch ab und zu vertreten. Der Kleine ist einfach zu suess! An der Stirnseite des Bettes dann meine Kanadabilder mit der Kanadafahne, die ich von meinen ehemaligen Arbeitskollegen bei Fraserway m
it zahlreichen Widmungen zum Abschied bekommen habe. Und neben dem Fenster dann Australien.An meiner Neuseelandecke muss ich noch arbeiten, die ist gerade in Entstehung an der Wandflaeche neben dem Badezimmer. Genuegend Fotos habe ich eigentlich auch hier, aber da soll ja nicht nur Milford Sound erscheinen und deswegen warte ich noch ein bisschen. Das Projekt eilt ja nicht.
So, das gibt Euch hoffentlich einen kleinen Einblick in mein kleines Reich. Wenn ich aus dem Fenster blicke kann ich uebrigens Mitre Peak erblicken, das allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt. Weiter rechts dann Bowen Falls, allerdings nur deren Spray und das auch nur, wenn das Wetter mitspielt (starker Regen!). Ansonsten viele Berge und diese entweder sonnenbeschienen oder bedeckt mit zahlreichen Wasserfaellen. Das ist wetterabhaengig, wie fast alles hier in Milford.
So, das wars schon wieder. Diesmal nur ein kurzer Beitrag, aber ich glaub die meisten stoehnen und aechzen sowieso immer bei meinen langen Artikeln, nicht wahr?!
liebe Gruesse
Katja
Thursday, January 27, 2011
Stewart Island (23.01.-27.01.2011)
Manche Kiwis kennen nur die ein oder die andere Insel ihres Heimatlandes und die wenigsten haben Stewart Island, der dritten offiziellen Insel Neuseelands, jemals einen Besuch abgestattet. Fuer mich war dieser Besuch in der Tat schon der dritte!Wie bereits beim letzten Mal ging es wieder mit Tina und Frank nach Stewart Island, die urlaubstechnisch in Neuseeland unterwegs sind und mit denen ich mich in Invercargill am Sonntag traf. Dies nach einem sehr fruehen Start um 6 Uhr, damit ich den Tracknet Bus um 7 Uhr in der Frueh von Te Anau nach Invercargill nehmen konnte. Ach, es waere alles so viel einfacher mit einem eigenen Auto.........aber Schluss mit der Jammerei.
Wir reisten IN STYLE und liegen die Faehre links liegen. Wer will sich das schon antun, stundenlange Schunkellei ueber die Foveaux Strait, Passagiere mit braunen Tueten und das ewige Gestarre aufs Wasser?! Wir hatten uns fuer das Fliegen entschieden und hatten noch eine ganze Weile Zeit auf dem recht ueberschaubaren Flughafen in Invercargill totzuschlagen. Beim Einschecken blieb mir kurz das Herz stehen, denn nicht nur wurden die aufgegebenen Gepaeckstuecke gewogen (und meins war natuerlich mal wieder etwas schwerer) sondern man selbst musste auch mal auf einer ueberdimensionalen Waage Platz nehmen und wurde mit seinem Handgepaeck gewogen. Notiert wurde das Ganze auch noch! Es erstaunte mich, wie wir letztenendes 9 Passagiere plus den Piloten in den kleinen Flieger quetschten, aber wir schafften es. Zum Glueck waren keine stark uebergewichtigen Leute dabei, das haette ein Problem gegegeben, schon allein wegen des sehr geringen Sitzabstandes nach vorn und hinten und zum Nachbarn. Wir hoben ab und nach ein paar Minuten befanden wir uns bereits ueber der Foveaux Strait. Ich muss, glaube ich, nicht erwaehnen, dass ich stark mit meiner Kamera beschaeftigt war und obwohl mich der Propeller direkt neben mir vor einige Herausforderungen stellte, bin ich mit dem Endergebnis ganz zufrieden. Mal sehen, wo ich auf dem Rueckflug Platz nehmen werde!
Die Zeitersparnis durchs Fliegen ist enorm; obwohl wir mit all unserem Gepaeck vorm Stewart Island Flights Buero abgeladen wurden und unseren ganzen Kram dann bis zur Unterkunft schleppten, waren wir bereits gegen 2 Uhr nachmittags in unserer Rose Cottage. Zugegeben, wir wirkten etwas angeschlagen, schliesslich ist der Huegel vom Hafen rauf zur Unterkunft nicht der Flachste und mit all dem Gepaeck dauert das Erklimmen halt etwas laenger, aber nach einer kurzen Verschnaufpause (das Erholen geht so viel schneller, waehrend man die geniale Aussicht geniesst) waren wir wieder fit. Dieser Huegel wird wohl entweder unser Verderben werden oder sich als Gluecksfall darstellen, denn wir muessen ihn mehrmals am Tag erklimmen. Verderben wird er dann, wenn wir nach dem Urlaub total schlapp sind; einen Gluecks
fall koennen wir ihn dann nennen, wenn wir nach dem Urlaub total fit sind (und ich erwarte das letztere!). Naja, wir gingen den Huegel also wieder runter (und spaeter wieder rauf), da wir Lebensmittel einkaufen mussten. Und dann gings endlich auf Entdeckertour und ich konnte meine ersten Fotos schiessen. Runter zum Hafen, zum Ortseingangsschild, welches sich vor ein paar Jahren noch ganz unscheinbar vor einem Gebuesch befand, nun aber (ich vermute aus Effektgruenden) direkt ans Wasser gestellt wurde. Ich beobachtete Seemoewen und Oystercatcher, waehrend Tina und Frank ihrer elektronischen Schnitzeljagd (im Neudeutschen geo caching) nachgingen. Anschliessend gings schon zum dritten Mal innerhalb kuerzester Zeit den Huegel rauf und ins benachbarte Church Hill Restaurant, wo Frank gluecklicherweise einen Tisch reserviert hatte, weil naemlich heute Tina ihren Geburtstag feierte und dem Emailverkehr zu entnehmen war, dass Reservierungen fuer 19 Uhr nicht mehr moeglich seien, dafuer aber noch ab 18 Uhr. Da steppt der Baer dachten wir….. Es war schoenes Wetter und deshalb entschieden wir uns, draussen zu warten, weil drinnen noch nichts los war aber nach einer ganzen Weile fragte ich drinnen halt doch mal nach, ob man uns bedienen gedachte. Von der Reservierung wusste er nichts und sie haetten heute auch gar nicht offen (entgegen dem Schild am Eingang). Da kommt man ins Gruebeln. Naja egal, ganz spontan landeten wir dann im South Sea Hotel, wo wir uns ein sonnenreiches dinner goennten (Tina und Frank starrten waehrend des Wartens in die starke Abendsonne) und dann zum vierten Mal den Huegel hinaufquaelten und in der Rose Cottage den Abend bei einem Glaeschen Wein ausklingen liesen.Tag 2 (Montag 24.01.2011)
Obwohl wir recht frueh aufgestanden waren, dauerte das Fruehstuecken, Packen und Fertigwerden noch eine ganze Weile und gegen 11 Uhr eilten wir dann aus dem Haus, um die 12 Uhr Faehre nach Ulva Island zu erwischen. Die Faehre legt leider nicht am Haupthafen ab, wo auch die Passagierfaehre vom Festland ablegt, sondern von einer kleinen Bucht namens Golden
Bay. Die ist gar nicht so weit entfernt, aber leider muss dafuer ein Huegel erklommen werden und das klettern dauert so seine Zeit. Wir schafften es trotzdem rechtzeitig bis 12 Uhr und mussten dann sogar noch warten, weil zuviele Leute auf die Insel wollten und die kleine Schaluppe nur 8 Personen mitnehmen durfte. Beim dritten Anlauf schafften wir es dann auch endlich und gegen 12.30 standen wir nach einer nur 7 minuetigen Faehrfahrt am Post Office Bay Strand von Ulva Island. Mit der Kamera im Anschlag gings gleich zu den am Strand geschaeftigen Oystercatchern und Wekas, die ihren Jungen eine Lehrstunde im Futtersuchen gaben.Es folgten 5 ½ Stunden von Buschwanderung, Vogelbeobachtung und Hochleistungsfotografie und jeder Uninteressierte waere vor Langeweile hoechstwahrscheinlich einen Heldentod gestorben, aber fuer uns verging die Zeit wie im Flug. Es war eigentlich geplant gewesen, die Faehre 16 Uhr zurueck zum „Festland“ zu nehmen, aber das haetten wir nicht geschafft und so nahmen wir die letzte Faehre um 18 Uhr (und selbst da mussten wir uns beeilen, diese nicht zu verpassen). Eine willkommene Abwechslung vom vielen Wald bot sich uns am West End Beach, wo wir nach einem bedeckten Morgen endlich die Sonne begruessen und sie auch geniessen konnten. Die dort ansaessigen Wekas entpuppten sich als echte Entertainer und waren mehr als geuebt darin, unsere Ruecksaecke nach Essbaren abzusuchen und uns beim Essen mit der Hoffnung auf ein paar Kruemel nicht aus den Augen zu lassen. Scheu vor Menschen kennen sie nicht und so musste ich sogar auf meine Fuesse achtgeben, die das Interesse der Wekas erweckten.
Ulva Island ist uebrigens ein Naturschutzgebiet und seit 1997 frei von Ratten und anderen Uebeltaetern, die die Eier oder Jungen der vielen gefaehrdeten gefiederten Inselbewohner fressen koennten. Deshalb wird Ulva auch gern als Vogelparadies bezeichnet und dies ist es in der Tat! Selbst wenn man im Beobachten von Voegeln nicht sehr geuebt ist und diese in den hohen Baeumen nicht erkennt, kann man sich immer noch an deren Gesang erfreuen. Mit dem Fotografieren ist das so eine Sache, denn wenn man die erste Huerde gemeist
ert und den Vogel gefunden hat, muss dieser auch noch nahe genug sein, dass es sich ueberhaupt lohnt, die Kamera anzuschalten. Da lobe ich mir die kleinen Robins, die oft am Wegesrand stehen und sich ohne grosse Widerrede fotografieren lassen. Einer flog sogar auf meinen Schuh und schaute sich die Sache mal ganz genau aus der Naehe an.Zurueck in Golden Bay und den Huegel rauf und wieder runter hatten wir uns ein Abendessen mehr als verdient uns so stoppten wir in der mobilen Fressbude um die Ecke (ein umfunktionierter Wohnwagen), bestellten uns Burger, Fish & Chips und nahmen am Wasser Platz, wo uns die ansaessige Vogelwelt das Essen schon wieder nicht goennte und abspenstig zu machen versuchte. Seemoewen sind dabei aber weitaus weniger charmant als Wekas und veranstalten ein Geschrei fern von gut und boese. Zurueck in unserer Rose Cottage schmissen wir erstmal die Heizung an und genossen wieder den Abend mit einem Glaeschen Wein.
Tag 3 (25.01.2011)
Der Morgen begann mit unerwartetem Besuch von zwei Kakas, Verwandte des Bergpapageien Kea, die zum Fruehstueck vorbeigekommen waren. Wir lockten sie mit ein wenig Muesli, um sie von der Schoenheit unserer Veranda und letztenendes zum Bleiben zu ueberzeugen, was sie
auch taten. Das war eine sehr produktive Viertelstunde fuer mich und meine Kamera! Waehrend des Fruehstuecks begann es leider zu regnen, aber deswegen kann man ja nicht all seine Plaene ueber den Haufen schmeissen. Wir gingen runter zum Infocenter um uns ein wenig beraten lassen und buchten gleich noch eine Kiwi Tour fuer den Abend. Tina und Frank machten Terry ausfindig, die einen kleinen Tuk Tuk Transport anbietet und die zwei auf der Suche nach ihren geo catching Stationen behilflich sein wollte. Fuer 4 war auf dem Ding beim besten Willen kein Platz und so schickte ich die drei ihres Weges und buchte im Info Centre eine Village & Bays Tour. Besonders viel gibt es ja eigentlich gar nicht anzuschauen in Oban aber die Tour hat sich trotzdem gelohnt, schon allein wegen der vielen Info und Hintergruende, mit deren Hilfe uns unser Guide Kylie einen interessanten Einblick ins Inselleben gab. Beispiel gefaellig? Vor Ausbau des Telefonnetzes gab es nur eine einzige Leitung auf der Insel und wenn man den Telefonhoerer abnahm, konnte man am Gespraech anderer teilhaben. Und es gibt zwar eine Grundschule auf der Insel, aber keine weiterfuehrende Schule und so schicken die Leute ihre Sproesslinge zur Schule aufs Festland, entweder ins Internat, anderen Familien oder Verwandten und die Kinder kommen nur in den Schulferien nach Hause. Babies werden meist auf dem Festland geboren und wenn man nach der Entbindung wieder nach Stewart Island kommt, hat die Gemeinschaft (es leben dort 400 Leute dauerhaft) das Haus mit Feuerholz aufgestockt und den Gefrierschrank mit Tupperdosen gefuellt, damit man fuer den naechsten Monat nicht selbst kochen muss.Auf die fuer den Abend gebuchte Kiwi Tour freute ich mich wie ein Schneekoenig, schliesslich habe ich bisher noch keine Kiwis in der Wildnis sondern nur im Zoo gesehen. 21 Uhr abends bestiegen wir das Fischerboot „Wildfire“ und fuhren mit BRAVO Adventure Cruises fuer eine knappe halbe Stunde in den Sonnenuntergang. Unser Ziel sah aus wie eine Insel, ist aber eigenteil Teil der Halbinsel, die noch immer mit dem Festland von Stewart Island (also der Hauptinsel) verbunden ist. Ocean Beach war der Strand, zu dem wir nach einem naechtlichen Spaziergang durch den Busch gelangen wollten. Wie die Entenjungen trabten wir dem Guide Greg hinterher und durchsuchten aufgeregt mit unseren Taschenlampen das Unterholz auf der Suche nach Kiwis, bis er tatsaechlich stehen blieb und uns anhielt, unsere Tasch
enlampen auszuschalten, um den Kiwi nicht durch zu viel Licht zu erschrecken. Und da stand ich also, schaute einem geschaeftigen Kiwi Weibchen beim Stochern im Waldboden zu und dachte erfuerchtig darueber nach, wieviel Glueck ich eigentlich habe, in diesem Moment hier zu stehen und dies erleben zu duerfen. Die meisten Neuseelaender haben ihren Nationalvogel noch nie in der Wildnis zu Gesicht bekommen und werden dies wohl auch nie erleben. Nach einer Weile ueberliesen wir das Weibchen ihrem Schicksal und liefen weiter zum Strand, wo wir nach kurzer Zeit ein weiteres Weibchen und spaeter ein Maennchen erblickten. In dem Territorium, in welchem wir uns aufhielten, gibt es 3 Kiwipaaerchen und diese sieht man so gut wie nie zusammen. Kiwis gehen gern alleine auf Futtersuche und rufen sich nur ab und zu mal, wenn dies die Situation erfordert. In ganz Neuseeland gibt es nur noch 60.000 Kiwis und davon leben wohl schaetzungsweise 10.-20.000 Kiwis auf Stewart Island (je nach angewandter Schaetzungsmethode). Auf dem Rueckweg sahen wir zwei der Kiwis noch einmal und sie liesen sich durch uns nicht weiter beirren und frasen fleissig die unzaehligen kleinen Sandfloehe am Strand. Gegen 24 Uhr waren wir zurueck auf dem Boot und fuhren durch die pechschwarze Nacht zurueck nach Oban, wo wir gluecklich aber muede unseren Nachhauseweg antraten (ja richtig geraten, den steilen Berg rauf!). Als ich das letzte Mal auf Stewart Island war (November 2007) hatte ich die Kiwi Tour absichtlich nicht gemacht, weil ich solche Touren bloed fand. Heute bin ich froh, dass ich die Tour gemacht habe. Natuerlich nicht nur, weil ich Kiwis gesehen habe, sondern auch, weil ich gesehen habe, wie professionell diese Tour durchgefuehrt wurde und wie leidenschaftlich die Fuehrer ihre Arbeit machen. Sie sind um das Wohlergehen der Kiwis besorgt und stellen zu jeder Zeit der Tour sicher, dass die Kiwis nicht in ihrer natuerlichen Umgebung gestoert werden.Tag 4 (26.01.2011)
Da wir aufgrund der Kiwitour etwas spaet ins Bett gekommen waren, schliefen wir am Mittwoch mal aus und liesen uns auch mit dem Fruehstueck Zeit. Es regnete mal wieder und so fiel das Thema Laufen schon mal buchstaeblich ins Wasser. Einen Rundflug haette ich auch gern gemacht aber auch dies lohnt sich bei dem Wetter nicht wirklich. Und so entschieden wir uns fuer die Patterson Inlet Cruise mit Stewart Island Experience, die um 12.45 Uhr vom Hafen ablegte. Sehr viele Fotos schoss ich nicht, weil es wie gesagt zu nass war und nach der zweiten Bucht sahen sie auch irgendwie alle gleich aus. Das Wetter machte uns alle ein wenig muede und so lauschten wir einfach nur den Geschichten des Guides und liesen die an uns vorbeiziehenden Landschaften auf uns einwirken. Wir erfuhren einiges ueber die Geschichte Stewart Islands und fuhren an unzaehligen kleinen Inselchen und Buchten vorbei. Zum Abschluss der Tour ging es dann noch einmal nach Ulva Island (dem Vogelparadies), wo wir nochmal eine Stunde mit Guide und fachkundigem Rat und Tat ueber die Insel stapften. Manchmal sind ja gefuehrte Touren gar nicht so schlecht wie ihr Ruf und unsere grosse Gruppe wurde sogar zweigeteilt, damit wir in kleineren Gruppen die Insel erkunden konnten. Dabei erfuhren wir, dass ungluecklicherweise doch wieder Ratten einen Weg auf die Insel gefunden haben und gerade alles menschenmoegliche getan wird, diese wieder loszuwerden, da gerade momentan viele Vogeljungen auf die Welt kommen und diese hochgradig gefaehrdet sind (bzw ihre Eier). Das Problem dabei ist, dass Ratten schwimmen koennen und es somit von benachbarten Inseln nach Ulva Island geschafft haben koennten. Mehrheitlich kommen wohl aber die meisten mit Booten nach Ulva Island, ohne dass es die Bootsbesitzer eigentlich merken. Zurueck an Land klapperten wir noch die Laeden ab, die man uebrigens an einer Hand abzaehlen kann, kauften ein und bestiegen wieder unseren kleinen Berg, um zur Rose Cottage zu gelangen. Ich muss gestehen, dass wir trotz der Uebung nicht wirklich besser bei der Besteigung wurden, denn auch heute wieder schnauften wir was das Zeug hielt. Den Abend liesen wir wieder ruhig ausklingen und da ich mir mittlerweile auch noch ne fette Erkaeltung zugezogen hatte, ging es fuer mich recht frueh ins Bett da ich mich auskurieren wollte.
Tag 5 (27.01.2011)
Sehr frueh stand ich am naechsten Morgen auf und nach einem ausgiebigen Fruehstueck mit panischer Resteverwertung (man will ja so wenig wie moeglich zuruecklassen) wurde gepackt. Mit all unserem Krempel machten wir uns dann auf den Weg zum Office von Stewart Island Flights, um dort 7.50 einzuchecken. Als „Die Stunde der Wahrheit“ bezeichnete ich das erneute Wiegen und waehrend wir darauf warteten, mit dem Kleintransporter zur Startbahn gefahren zu werden, bemerkten wir das sich anbahnende tolle Wetter mit Sonnenschein und blauem Himmel. Tja, was fuer ein Pech fuer uns, aber damit muss man halt leben. Aendern koennen wir das Wetter nicht, sondern uns nur darauf einstimmen. Aufgrund meiner Hartnaeckigkeit ergatterte ich den Sitz ganz vorne neben dem Piloten und das wurde selbstverstaendlich mit ausreichendenFotos dokumentiert. Da ich schon mal in Invis war und einen gesicherten Transport nach Milford hatte, nutze ich die Gelegenheit und schickte Tina & Frank gleich noch zum Warehouse, wo ich einigen nuetzlichen Kram kaufte. Danach gings dann erst nach Te Anau (dort auch noch mal ein wenig shopping und lecker lunch) und dann mit einigen Stops zurueck nach Milford. Inzwischen war es schon fast 8 Uhr und nach einem kleinen Spaziergang am Foreshore entlang, verabschiedeten wir uns erstmal, um uns dann am naechsten Tag nach Tina’s und Frank’s Encounter Cruise zu verabschieden. Tina und Frank, ich wuensche Euch noch viele tolle Erlebnisse waehrend Eures Urlaubs und eine allseits gute Fahrt!
Tuesday, December 28, 2010
meine Best-Of-Liste fuer 2010
Ich dachte mir, ich wuerdige das fast vergangene Jahr mal mit meiner persoenlichen Top 5 der besten Momente und Erlebnisse.1.erstes Treffen mit Henry
Als ich im September meinen kleinen Neffen Henry das erste Mal im Arm halten durfte, war das nach monatelangem Warten ganz besonders fuer mich. Er lag doesend in den Armen seines stolzen Papas und schaute mich mit verschlafenen aber verwunderten Augen an. Dem folgten einige Wochen Intensivkennenlernen mit seiner stolzen Tante.
2. Olympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler

Obwohl ich von den Winterspielen selbst aufgrund der Arbeit nicht viel mitbekommen habe, war die ganze Sache trotzdem ein tolles Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Vorallem die Atmosphaere und das ganze drum herum mitzuerleben sowie ein bisschen in die Organisation dieses Mamut Projekts hineinschnuppern zu duerfen, sind unbezahlbare Erinnerungen.
3. meine erste Cruise in Milford nach knapp 2.5 Jahren
Als ich im Oktober endlich wieder neuseelaendischen Boden betrat, war ich nach dem langen Flug viel zu erschoepft fuer Gluecksgefuehle, zumal ja auch mein Gepaeck verloren gegangen war. Auch waehrend der Fahrt nach Milford sausten mir noch zuviele Gedanken durch den Kopf und ich realisierte gar nicht so richtig, was um mich herum eigentlich geschah. In Milford angekommen, steckte man mich dann erstmal zur Wiedereingliederung auf ein Boot und da machte es auf einmal wieder Klick. Zurueck im Paradies und zu Hause angekommen!4. Niagara Faelle
Komischerweise haben die Niagara Faelle bei mir auch wieder mit Milford zu tun.
Warum? Ganz einfach! Um den Leuten die Hoehe unserer Wasserfaelle besser vor Augen halten zu koennen, vergleichen unsere Skipper sie immer mit den Niagara Faellen in Kanada. Die Leute sind dann meistens immer ganz erstaunt, vergessen aber, dass die Niagara Faelle zwar sehr breit aber eben nicht sehr hoch sind. Dann also endlich mal vor Ort stehen und sie sehen zu koennen, das war ganz besonders fuer mich, zumal ich in Kanada nicht soviel Zeit/Geld zum Herumreisen hatte und ich es mal ueber die Landesgrenze von British Columbia geschafft hatte.5. Rockies
Nach Wochen langer und harter Arbeit vor und waehrend der Winterspiele war ich reif fuer eine Rundreise und der Rockies Rundtrip war eines der besten Dinge, die ich in Kanada gemacht habe. Gesehen habe ich viel, Fotos habe ich geschossen als wenn es um mein Leben ginge und auch wenn wir viele Dinge wegen gesperrter Strassen und zugefrorener Seen nicht machen konnten, bereue ich nichts. Der Trip war toll!Euch allen ein schoenes 2011, mal sehen, was naechstes Jahr in meiner Top 5 erscheinen wird!
Katja
Thursday, December 23, 2010
Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr

So, es ist mal wieder soweit, wir haben die Vorweihnachtszeit ueberstanden und duerfen nun ganz offiziell unterm Baum sitzen, uns an Schockolade und dem Weihnachtsbraten satt essen und all die Weihnachtswiederholungen im TV ertragen.
Ich hoffe, Ihr habt Euch beim Geschenkeeinpacken nicht verausgabt und habt noch genuegend Energie fuer Eure Freunde und Familie. Denn um die geht es ja schliesslich bei diesem Feste. Geniesst das Fest in allen Zuegen, beschwert Euch nicht ueber den Schnee (in anderen Erdteilen koennen sich Menschen eine weisse Weihnacht gar nicht vorstellen) und versucht waehrend der freien Tage mal zu relaxen.
Ausserdem wuensche ich Euch natuerlich ein gesundes neues Jahr mit zahlreichen Moeglichkeiten, Eure guten Vorsaetze in die Tat umzusetzen.
Und noch ein Wort an meine Familie; das ist Henry's erstes Weihnachten, so bitte verwoehnt ihn nach Strich und Faden! *smile*
Eure Katja
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